Energieriese Eon: Zu lange an der Atomkraft festgehalten
Kommentar von Clemens Fütterer
Die unmittelbaren Folgen der politisch verordneten - vorzeitigen - Auszeit für den Atomstrom erklären jedoch nur teilweise den brachialen Gewinn-Einbruch und den Zwang zum "radikalen Umbau". Erstaunliche Fehler des Eon-Managements führten schon vor Jahren zu einer Unternehmens-Entwicklung, die nicht das Vertrauen von Investoren und Anlegern fand: Was der Börsenkurs zeigt. Innerhalb von nur drei Jahren stürzte die Eon-Aktie von rund 40 Euro auf etwa 15 Euro ab.
Eon halste sich mit fragwürdigen Zukäufen einen Schuldenberg von 45 Milliarden Euro auf. Mit "Bereinigungen" in sogenannten "Randbereichen" des Konzerns - Verkäufen von Unternehmensteilen - stottert der Energieriese die horrenden Verbindlichkeiten wieder ab. Die geplanten drastischen Einschnitte bezahlen die Beschäftigten mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, weil die Konzernspitze zu lange auf die Atomkraft - und vor allem starr auf Großprojekte und prestigeträchtige, aber wenig perspektivische Übernahmen setzte.
Dass Eon jetzt auch den Standort München zur Disposition stellt, mag vielleicht eine beleidigte Reaktion auf die geschmeidig gewandelte Haltung der Staatsregierung zur Atomkraft sein. Wirklich geschuldet ist die durchgreifende Restrukturierung jedoch der blanken Not, neue erfolgversprechende Geschäftsfelder aufzutun.
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