Von (dpa) |
02.08.2011
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Tokio/Berlin
Zusammen lernen, zu Mittag essen und saubermachen
In japanischen Schulen ist vieles anders als bei uns - Auch der Gemeinschaftssinn wird sehr wichtig genommen
In vielen japanischen Schulen essen Lehrer mittags mit ihren jüngeren Schülern zusammen im Klassenzimmer. Aber auch sonst ist in dem ostasiatischen Land vieles anders als bei uns. Bild: dpa
Pauken, pauken und nochmals pauken! Das sind japanische Schüler gewohnt. Schule ist in dem Land in Asien oft härter als bei uns. Das Büffeln fängt schon für Erstklässler an. Sie müssen die ersten Schriftzeichen ihrer schwierigen Sprache lernen. Sie heißen Kanji und sehen wie kleine Strich-Gemälde aus.
In der Grundschule müssen Kinder zunächst etwa 1000 Zeichen pauken. Es gibt aber viel, viel mehr. Außerdem hat die japanische Sprache noch zwei Silbenschriften. Jede davon hat mehr Zeichen als unser Alphabet.
Neun Jahre Pflicht
Japanische Kinder kommen im April nach ihrem sechsten Geburtstag in die Grundschule. Insgesamt müssen sie neun Jahre die Schule besuchen. Das ist Pflicht - davon sechs Jahre Grundschule und drei Jahre Mittelschule. Fast alle wechseln dann auf eine Oberschule. Sitzenbleiben wie bei uns gibt es nicht.
Aber die Abschlussprüfungen der Mittel- und Oberschulen sind irre schwer. Viele lernen dafür extra in Privatschulen. Die Prüfungen werden von fast allen sehr ernst genommen. Japanische Lehrer sollen ihren Schülern nicht nur etwa Mathe oder Englisch beibringen - sondern auch, wie sie sich als Teil einer Gemeinschaft am besten für alle verhalten. In vielen Schulen essen Lehrer mittags mit ihren jüngeren Schülern zusammen im Klassenzimmer. Und sie machen öfter Ausflüge. Für japanische Schüler ist es auch selbstverständlich, mit Besen und Putzeimer zu hantieren. Sie müssen die Klassenräume, Hallen und Höfe ihrer Schulen oft selbst saubermachen - und das jeden Tag.
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02.08.2011
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Tokio/Berlin
Zusammen lernen, zu Mittag essen und saubermachen
In japanischen Schulen ist vieles anders als bei uns - Auch der Gemeinschaftssinn wird sehr wichtig genommen
Immer eine andere Gruppe räumt zum Beispiel das eigene Klassenzimmer auf. Schließlich haben sie die Räume ja auch benutzt und schmutzig gemacht.
Viele Pflichten
Schon von der ersten Klasse an übernehmen Schüler in Japan kleine Aufgaben. Wenn mittags gemeinsam im Klassenraum gefuttert wird, servieren einige ihren Klassenkameraden das Essen. Jeder ist irgendwann mal dran. All diese Pflichten sollen das Gefühl für Verantwortung stärken. Die Schüler lernen, etwas für die Gemeinschaft zu tun - für ihre Klasse und für ihre Schule.
Es gibt einerseits die Noten 1 bis 5. Dabei ist 5 die beste und 1 die schlechteste Note. Es werden aber auch Buchstaben verteilt. Wer dann ein A bekommt, hat am besten abgeschnitten. Lehrer bewerten oft nicht nur die Leistung, sondern auch, wie der Schüler im Unterricht mitmacht. Oder ob er auf andere Rücksicht nimmt.
Der Unterricht beginnt gegen 8 Uhr und dauert ungefähr bis 16 Uhr. Kaum jemand kommt in Jeans und T-Shirt, ab der 7. Klasse müssen in der Regel alle eine Schuluniform tragen. Auch in manchen Grundschulen haben die Jungen und Mädchen extra Schulklamotten wie weißes Hemd, Jacke oder Faltenrock und Bluse. Schule ist von montags bis freitags, in Privatschulen oft auch samstags.
Zehn Wochen frei
Die Ferien finden in ganz Japan meist zur selben Zeit statt, zwei Wochen um Neujahr, zwei Wochen um den Beginn des neuen Schuljahrs und sechs Wochen Sommerferien im Juli/August. Das Schuljahr beginnt jeweils im April und dauert bis Ende März.
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