Von Josef Maier |
06.07.2011
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München
Der Münchener Märchenpark
Das weitläufige Gelände am Fuß des Olympiaturms wäre das Herzstück der Winterspiele im Jahr 2018
Eine idyllische Winterlandschaft: Die Münchner hoffen heute auf den Zuschlag für die Winterspiele 2018. Der Münchner Olympiapark würde dann weltweit einmaliges erleben: Gastgeber von Sommer- und Winterspielen. Bild: dpa
Gejubelt oder geweint - aus Rührung oder auch aus Frust - wird am Marienplatz. Dort, wo der FC Bayern München normalerweise seine Triumphe feiert, dort wo das Glockenspiel am Rathaus die Touristen halsstarrig nach oben blicken lässt, dort sollen die Olympiasieger und Besiegten des Jahres 2018 ihre Medaillen bekommen.
Das Herz der Winterspiele - so denn die Münchner heute Abend in Durban (Südafrika) den Zuschlag erhalten - soll weiter draußen schlagen. Dort, wo es 46 Jahre vorher auch geschlagen hat - im Münchner Olympiapark. In Zeiten von Märchen wäre dies dann nach dem 72er Sommermärchen das Wintermärchen.
Großes Bewerbungsplus
"Auch wenn hier ja nur die Eiswettbewerbe geplant sind, wäre der Olympiapark sicherlich das Herzstück der Spiele", sagt Arno Hartung. Er ist seit Mitte der 70er Jahre für die Kommunikation der Olympiapark GmbH zuständig und mittlerweile auch stellvertretender Geschäftsführer. Hartung hat den Fortbestand der Anlagen und deren Nutzung nach den Sommerspielen von 1972 genau mitbekommen und sieht diese Entwicklung als großes Bewerbungsplus: "Es ist die beste nacholympische Nutzung, die es je gegeben hat", beschreibt er den großen Vorteil Münchens. Ob Konzerte, Festivals, Tagungen oder sportliche Großereignisse, die Hallen und das Stadion waren und sind über die Jahre gut gebucht.
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München
Der Münchener Märchenpark
Das weitläufige Gelände am Fuß des Olympiaturms wäre das Herzstück der Winterspiele im Jahr 2018
Diese Zeltdachkonstruktion ist weltweit einmalig. Auf 58 Stahlmasten gestützt, wellt sich die Plexiglaskonstruktion durch den Olympiapark. Bild: dpa
Freilich hat der Auszug der Profifußballer des FC Bayern und von 1860 München im Jahr 2005 geschmerzt, doch die Olympiapark-Macher suchten und suchen ständig nach neuen Wegen. Zudem ist das Gebiet - in den Stadtteilen von Milbertshofen und Schwabing gelegen - Naherholungsgebiet der Münchner und touristisches Ziel von Millionen aus aller Welt. "München hat viel an klassischen Bauten zu bieten", sagt Hartung, "aber bei der modernen Architektur ragt der Olympiapark heraus." Das Glasdach des Architekten Günter Behnisch, die auf 58 Pfeilern ruhende, einmalige Konstruktion, dürfte einen Erkennungswert haben, den nicht viele Bauten auf der Welt für sich in Anspruch nehmen können.
Etwa 40 Jahre nach seinem Entstehen hält Hartung den Park noch für die Anforderungen der Zeit gewachsen. "Wir haben ja nicht die Beine hochgelegt. Es wird viel investiert", sagt der 62-Jährige. Er hielte das Gelände auch insgesamt fit für Olympia 2018. Zudem seien schon viele Vorarbeiten geleistet worden. "Wir könnten am 7. Juli sofort mit den Ausschreibungen für die Arbeiten beginnen." Natürlich gäbe es einiges zu tun, die Anforderungen des Internationalen Olympischen Komitees steigen ständig. Investitionssummen könne man aber noch nicht nennen, erklärt Hartung. Fest steht, dass im Olympiastadion die Eröffnungsfeier wäre und das Feuer brennen würde. Die Olympiahalle würde komplett renoviert. Im Eiskunstlaufen und Shorttrack sollen in dem 12 000 Zuschauer fassenden Oval Medaillen vergeben werden. Die nur wenige hundert Meter entfernte Schwimmhalle mit ihren 4000 Plätzen würde für die Curling-Wettbewerbe genutzt. Fürs Eishockey würden zwei Hallen neu gebaut, die nach den Spielen mit reduziertem Platzangebot weiter bestehen und auch vom Münchner DEL-Klub EHC genutzt würden. Am Rande des Parks soll auf dem Gelände der Technischen Universität München das Eisschnelllauf-Oval entstehen, das nach den Wettbewerben - mangels nacholympischer Nutzung - wieder abgerissen würde.
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München
Der Münchener Märchenpark
Das weitläufige Gelände am Fuß des Olympiaturms wäre das Herzstück der Winterspiele im Jahr 2018
Wie in Vancouver
"Wir konzentrieren uns nur auf diese Bewerbung und denken nicht etwa daran, ob wir nach dem Scheitern 2022 wieder antreten." (Arno Hartung von der Olympiapark GmbH)
Vieles erinnere bei München 2018 auch an Vancouver 2010, betont Hartung. "Der Trend geht wohl dahin, Olympia in Millionenstädte zu vergeben, bei denen Berge in der Nähe sind." Das spreche für München und Garmisch-Partenkirchen. Die Südkoreaner aus Pyeongchang, noch leicht favorisiert, treten mit dem gegenteiligen Konzept an: Bei den Asiaten ist vieles für die geplanten Winterspiele aus der Retorte heraus entstanden.
Kein Gedanke an 2022
Es wird trotzdem ein ganz enges Rennen. Hartung gehört heute zur Münchener Delegation in Durban, wenn in der Hafenstadt am Indischen Ozean die Entscheidung fällt: "Ich kann nicht beurteilen, wo wir stehen", sagt er. Aber München habe wohl zuletzt gepunktet. Auch Hartungs Gedanken drehen sich derzeit nur um 2018. Mit anderen Jahreszahlen will er sich gar nicht beschäftigen: "Wir sagen jetzt nicht, was wäre, wenn. Wir konzentrieren uns nur auf diese Bewerbung und denken nicht etwa daran, ob wir nach dem Scheitern 2022 wieder antreten würden."
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