Von (wg) |
15.06.2011
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Falkenberg
Die Chancen sehen und nutzen
Kommunen haben Vorreiterrolle - Besonders ländlicher Raum könnte von Energiewende profitieren
Falkenberg. (wg) Die Reaktorkatastrophe von Fukushima brachte viele zum Umdenken. Doch welche Chancen bietet das Abschalten der Atomkraftwerke in Deutschland und die damit verbundene Energiewende? Darüber informierte Theo Karmann, der auf Einladung der Hanns-Seidel-Stiftung in Falkenberg sprach. Seit 25 Jahren befasst er sich mit erneuerbaren Energien und berät Städte und Gemeinden in Bayern.
Das Thema "Interkommunale Zusammenarbeit in Folge des Energiewandels" interessierte. Auch einige Bürgermeister waren zum Vortrag in den Gasthof "Goldener Stern" gekommen.
Referent Theo Karmann, der Energie- und Klimaschutzkonzepte - auch für Landkreise - entwickelt, datierte den Beginn der Energiewende in Deutschland auf das Jahr 2004. Viel hätten damals über das EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) gelacht. Doch bis heute sei das Gesetz in 47 Ländern übernommen und an die jeweilige Situation angepasst worden. "Neue Technologien wurden eingeführt, Photovoltaik-Anlagen, Windkraft- und Biogasanlagen gebaut."
Wichtig ist Karmann die Wertschöpfung durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Jeder Einzelne sei aufgefordert mitzuwirken. "Energiewende - eine große Herausforderung, aber auch Chance für uns alle." Gerade im ländlichen Raum sah Theo Karmann großes Potenzial. "Ich bin sicher, dass die Jahreszahl 2020/22 einzuhalten ist." Man müsse sich nur möglichst schnell mit neuen Technologien beschäftigen.
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Falkenberg
Die Chancen sehen und nutzen
Kommunen haben Vorreiterrolle - Besonders ländlicher Raum könnte von Energiewende profitieren
Neue Gaskraftwerke
56 Prozent des Stroms in Bayern würden derzeit mit Atomkraft erzeugt, deutschlandweit 23 Prozent, so der Referent. Ganz von Öl und Atomkraft wegzukommen, werde man nicht schaffen. Einen Teil des künftigen Strombedarfs sollen neue Gaskraftwerke decken, 50 Prozent erneuerbare Energien. Doch Gaskraftwerke belasten die Umwelt, verbrauchen fossile Energieträger, verdeutlichte Karmann.
Oberste Prämisse sei, Gaskraftwerke so wenig wie möglich laufen zu lassen. Theo Karmann betonte zudem: "Strom muss bezahlbar bleiben und umweltfreundlich sein." Energiesparen sei ein Gebot der Stunde. Dazu müssten "stromfressende alte Elektrogeräte" durch energieeffiziente ersetzt werden, Häuser energetisch saniert werden. "Jeder kann einen Beitrag leisten." Noch finde die Wertschöpfung in Dubai statt, entstünden Inseln und Luxushotels "von unseren Euros". Dabei gebe es viele Ansätze dies zu ändern: Kraftwärmekopplung, Biomassekraftwerke, Photovoltaik, Windräder. "Wir brauchen die Akzeptanz der Bürger. Das müssen die kommunalen Vertreter raustragen und vermitteln." Kommunen müssten hinter der Energiewende stehen. "Wir müssen alle an einem Strang ziehen."
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Kommunen haben Vorreiterrolle - Besonders ländlicher Raum könnte von Energiewende profitieren
Bürger einbinden
Energiekonzepte könnten den Erfolg sichern. Freilich gelte es die Bürger frühzeitig einzubinden. Theo Karmann: Deutschland war Vorreiter bei der Einführung von Staub- und Rußfiltern, es wird auch eine Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien übernehmen. "Das sind Arbeitsplätze der Zukunft."
Strategien entwickeln
Den Bürgermeistern empfahl Karmann eine interkommunale Zusammenarbeit, vor allem bei Windrädern. "Der Landrat sollte vorausgehen, die Kommunen mitziehen, auch beim Klimaschutzkonzept." Städte und Gemeinden müssten als Motor fungieren, Leitbilder und Strategien entwickeln.
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