Fahrsicherheitszentrum im Gebiet Herrenschacht - Polizei und Naturschutzbehörde schreiten ein
Grafenwöhr. (ly/mm) Das gibt Ärger: Auf dem Gelände, auf dem AvD-Vorsitzender Helmut Prem aus Weiden seine Pläne für das umstrittene Fahrsicherheitszentrum realisieren will, wurden in einer Nacht- und Nebelaktion zwei große Biotope zerstört. Ein Bauunternehmer aus Grafenwöhr füllte angeblich im Auftrag Prems die Flächen mit einer Ausdehnung von rund 10 000 Quadratmetern mit Bauschutt auf.
Am Mittwoch rückten Beamte der Polizei sowie Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde und der Bauaufsicht des Landratsamtes Neustadt/WN an. Sie standen vor vollendeten Tatsachen.
Die seltene Kreuzkröte und die Knoblauchkröte hatten in den vergangenen Wochen ziemlich viel Besuch, die Polizei war ihnen allerdings neu - bis Mittwoch. Sogar Reiner Striegl, der Chef der Polizeiinspektion Eschenbach, und sein neuer Stellvertreter Peter Pötzinger begutachteten die Aufschüttungen im Gebiet Herrenschacht zwischen Grafenwöhr und Dießfurt. Die Polizei informierte die Staatsanwaltschaft, die ein Ermittlungsverfahren einleitete. Die Verfügung des Baustopps, den die Polizei am Morgen aussprach, wird nochmals wiederholt werden.
Kartierte Biotope
Die Arbeiten dort sind auf jeden Fall illegal. Es liegt weder für Erdaufschüttungen, geschweige denn für die Einlagerung des unsortierten Bauschutts eine gültige Baugenehmigung vor. Bei den beiden Teichen handelt es sich um kartierte Biotope, in denen sich seltene und schützenswerte Tierarten tummelten, die nur in und an Kiesweihern vorkommen.
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21.04.2011
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Grafenwöhr
Bauschutt in zwei Biotopen
Fahrsicherheitszentrum im Gebiet Herrenschacht - Polizei und Naturschutzbehörde schreiten ein
Bei dem Ortstermin am Mittwochnachmittag stellte sich die Lage folgendermaßen dar: Auf zwei unterschiedlichen Flurnummern ist der jeweils vorhandene Teich, der in den ehemaligen Kiesgruben entstand, mit Bauschutt und Erde aufgefüllt worden. Einmal auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern. Nur noch wenige Quadratmeter sind von der Wasserfläche übrig geblieben, der Rest ist mehr oder weniger eben aufgefüllt. Die schweren Baufahrzeuge haben ihre Spuren im Gelände hinterlassen.
Kabel, Fliesen, Baustahl
Auf der zweiten Flurnummer ist ein Areal von gut 3500 Quadratmetern samt großem Teich zu zwei Dritteln aufgefüllt. Die untrüglichen Reste des Bauschutts sowie Kabel, Fliesen und Baustahl sind deutlich zu sehen. Für diese Fläche lag zwar eine schon vor vielen Jahren erteilte Genehmigung für eine Geländeauffüllung vor. Allerdings ist diese Arbeit nie begonnen worden und die Genehmigungsfrist bereits vor zwei Jahren abgelaufen, wie Jürgen Holl, der Geschäftsführer der BN-Kreisgeschäftsstelle Neustadt/Weiden, erfuhr.
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Grafenwöhr
Bauschutt in zwei Biotopen
Fahrsicherheitszentrum im Gebiet Herrenschacht - Polizei und Naturschutzbehörde schreiten ein
Am Dienstag informierte der Grundstücksbesitzer, Baptist Wächter jun. aus Grafenwöhr, den Jagdpächter, dass dessen Hochsitz versetzt werde. Der Jäger sah sich die Sache an und reagierte entsetzt über die immensen Ausmaße der Erdbewegungen.
Zufahrt plötzlich versperrt
Am Mittwochvormittag rückte Jürgen Holl vom Bund Naturschutz mit zwei Polizeibeamten an, um die Umweltzerstörung in Augenschein zu nehmen. Am Nachmittag, als Holl erneut mit Polizei und dieses Mal auch mit zwei Vertretern des Landratsamtes, Wilhelm Schell von der Baukontrolle und Evi Babl von der Unteren Naturschutzbehörde, zum Ort der Aufschüttung wollte, versperrte ein frisch aufgeschütteter Erdwall den Weg. Außerdem machten zwei Schranken die anderen Zugänge unpassierbar, was alle erstaunte, denn bis Mittwoch früh war das Gelände für jedermann zugänglich. Von Bagger oder Raupe war am Mittwochnachmittag dagegen nichts mehr zu sehen.
Wie Jürgen Holl berichtete, sagte Baptist Wächter vormittags zu ihm, dass er den Auftrag von Helmut Prem bekommen habe. Prem habe auch bereits die Baugenehmigung und die Genehmigung von den Naturschutzbehörden Weiden und Neustadt/WN. Holl stellte klar, dass "Bauschutt normalerweise sortiert und auf Deponien entsorgt werden muss, was bis zu 300 Euro pro Tonne kosten kann".
Baptist Wächter wollte zu der Angelegenheit auf Nachfrage am Mittwochnachmittag nichts sagen.
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