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Tel Aviv
Wohin rollt die Billardkugel?
Israelische Armee beobachtet die Entwicklung in Nordafrika aufmerksam
Rutland, der ursprünglich aus Neuseeland stammt und seinen englischen Namen beibehalten hat, dient im "Camp Aviv" bei Tel Aviv. Dort ist ein Teil der "Strategic Division" der israelischen Armee beheimatet, die die Entwicklung im Nahen Osten und in Nordafrika beobachtet und daraus militärische Schlüsse zieht. Die radikalen politischen Wechsel in der Region, die seit einigen Monaten anhalten, kommen dem Captain wie das Südamerika der 1980er Jahre vor: "Diktaturen fielen, eine Serie von Demokratien etablierte sich."
Ob das auch in Nordafrika der Fall sein wird, ist den Israelis noch nicht klar. Man sieht das Potenzial der Situation, aber auch die Gefahren, die der aktuelle Prozess birgt. "Es ist noch sehr früh, um genau zu beurteilen, wohin der Weg führen wird", sagt Rutland und verweist auf den Iran, wo eine ähnliche Entwicklung in eine islamische Diktatur mündete. "Dort wurden die liberalen Elemente gebändigt, und zwar mit Gewalt." Zwar sei Ägypten nicht so islamisch ausgerichtet wie der Iran, aber es gebe dort die sehr einflussreiche Islamische Bruderschaft. "Wenn es wirklich zu Wahlen kommt, dann mit sehr ungewissem Ausgang", befürchtet Rutland.
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