Von (tk) |
22.03.2011
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Ursensollen
Stromsparen als erster Schritt
Zeitung vor Ort: Diskussionen um Ausbau erneuerbarer Energien - Wende stufenweise umsetzen
Ursensollen. (tk) Aktueller geht's kaum: Zehn Tage nach dem Erdbeben in Japan und der daraus resultierenden Atom-Diskussion machten sich Experten gestern Abend in der Aula der Ursensollener Mittelschule laute Gedanken über den Ausbau der regenerativen Energien. Die Amberger Zeitung hatte zu dem Diskussionsforum eingeladen, viele der mehr als 100 Gäste nutzten die Gelegenheit, auch ihre Meinung öffentlich kundzutun.
"Zu viel Wind um regenerative Energien?", lautete die Fragestellung des Abends, den AZ-Ressortleiter Jürgen Kandziora eröffnete: "Höchst interessant ist, was in den vergangenen Tagen von unseren Politikern zu hören und zu lesen war. Da fordert zum Beispiel der bayerische Umweltminister Markus Söder plötzlich Milliarden zum Ausbau erneuerbarer Energien und sagt, wir brauchen ein neues nationales Energiekonzept."
Ängste nachvollziehbar
Dr. Stephan Prechtl vertritt dazu eine eindeutige Meinung: "Der Einsatz und der Ausbau regenerativer Energien benötigt eine langfristige breite politische und gesellschaftliche Unterstützung." Für den Geschäftsführer der Amberger Stadtwerke ist eines klar: "Viele wollen regenerative Energien, aber ,bitte nicht vor der eigenen Haustüre und möglichst umsonst'." Prechtl sagte jedoch auch: "Ich kann die Ängste durchaus verstehen. Da werden wir in Zukunft aber auch nicht weiterkommen." Die Begründung: "Ich würde rein technisch gesehen ein Windrad dort hinstellen, wo der Wind am stärksten weht."
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Ursensollen
Stromsparen als erster Schritt
Zeitung vor Ort: Diskussionen um Ausbau erneuerbarer Energien - Wende stufenweise umsetzen
Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler hat bisher vor allem negative Erfahrungen gemacht: "Die Ablehnung unseres großen Photovoltaik-Projektes war ein unverantwortlicher Fehler der bayerischen Politik und Verwaltung." Er hofft nun, dass daraus, vor allem aufgrund der aktuellen Entwicklung Japans, gelernt wird "und man nun die Kommunen nicht mehr am Gängelband vorführt". Bei Windkraftanlagen, wie sie auch auf Ursensollener Gebiet geplant sind, müssten dennoch "berechtigte Interessen gewahrt werden".
Ziel: 40 Prozent weniger
Landrat Richard Reisinger kündigte seine volle Unterstützung an. Erneuerbare Energien "dürfen nicht nur die ferne Zukunft, sondern müssen bereits zunehmend aktuelle Gegenwart sein". Der CSU-Politiker plädierte dafür, die Energiewende stufenweise, aber konsequent umzusetzen. Bis 2020 sollte der Verbrauch im Vergleich zum Jahr 1996 um 40 Prozent reduziert werden: "Das ist unser politisches Bekenntnis." Dass Stromsparen in der Praxis funktioniert, bestätigte Ludwig Wiesner aus Immen-stetten. In seiner Firma sei es durch Umdenken und Disziplin gelungen, den Verbrauch von 16 000 auf 13 000 Kilowattstunden zu reduzieren.
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Zeitung vor Ort: Diskussionen um Ausbau erneuerbarer Energien - Wende stufenweise umsetzen
Professor Markus Brautsch, Energie-Experte der Hochschule Amberg-Weiden (HAW), näherte sich von der wissenschaftlichen Seite der Thematik: "Das Gebot der Stunde heißt Energieeffizienz-Steigerung und rationelle Energienutzung." Bis 2020 könnten seiner Einschätzung nach in Industrie, Kommunen und Haushalten 20 Prozent elektrische Energie eingespart werden. Das Problem: "Die Genehmigungsverfahren von Biogasanlagen, Biomassekessel und Windkraftanlagen dauern oft mehrere Jahre." (Weitere Berichte folgen)
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