Marbod und Marobudum - Ein Überblick
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum der Geschichte, dass sich das römische Reich um die Zeitenwende hinter dem Limes verschanzte und zu den Barbaren im Norden, den Germanen, keine Beziehungen unterhielt. Händler und Diplomaten waren in Germanien unterwegs, oftmals stießen römische Legionen nach Norden vor. Aber auch in umgekehrter Richtung herrschte reger Verkehr.Deutlich wird dies zum Beispiel an der Person des Marbod, Gründer der Königsstadt Marobudum, die neuerdings dort vermutet wird, wo heute Amberg steht. Marbod, geboren um 30 v. Chr., stammte aus einer vornehmen Markomannen-Familie. Seit seiner Jugend aber lebte er in Rom. Mit Zustimmung der Römer kehrte er um 8 v. Chr. in die alte Heimat zurück. Dort übernahm er die Führung der Markomannen und errichtete nach römischem Vorbild einen befestigten Königssitz - Marobudum, das bis heute nicht exakt lokalisiert werden konnte.
Marbod soll über ein nach römischem Vorbild geschultes Heer verfügt haben, das rund 70 000 Mann Infanterie und 4000 Reiter umfasst haben könnte. Zum Verhängnis wurde Marbod der innergermanische Konflikt mit Arminius, der die germanischen Stämme im Widerstand gegen Rom einen wollte.
Marbod wurde schließlich gestürzt und Kaiser Tiberius bot dem ehemaligen König daraufhin Asyl in den römischen Stammlanden an. Marbod starb im Jahr 37 n. Chr. in Ravenna. (ass)
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