Von Heike Unger |
24.09.2010
| Netzcode: 2506769 | 472 Mal gelesen.
Aschach
Eine Stadt kann zeigen, was sie drauf hat
Künstler-Paar Uber-Diem macht Lust auf die Bürgerskulptur: Auf Wachsplatten kann wirklich jeder arbeiten
Einblick in ihr Kunst-Projekt "Bürgerskulptur" - hier ein kleines Modell - geben Hanna Regina Uber und Robert Diem. Die beiden hoffen, dass möglichst viele Menschen mitmachen - denn die Vielfalt macht, wie so oft im Leben, auch bei diesem Vorhaben den besonderen Reiz aus. Bild: Petra Hartl
Das Interesse ist groß: Als das Künstler-Paar Hanna Regina Uber und Robert Diem dazu einlud, sich an der "Amberger Bürgerskulptur" zu beteiligen (AZ berichtete), wurden die Initiatoren mit Anmeldungen überrollt - und mit Nachfragen: Viele Interessenten "haben Angst, sie können das nicht", fasst Uber die am häufigsten geäußerten Bedenken zusammen. Kein Grund zur Sorge, betont die Künstlerin: Bei diesem Projekt könne wirklich jeder mitmachen, der Lust dazu hat. "Das ist die Chance, zu zeigen, was diese Stadt drauf hat, zu zeigen, wir haben viel Kreativität!"
Je vielfältiger, desto besser
Hanna Regina Uber weiß genau, was sie da sagt, schließlich haben sie und ihr Mann ein ähnliches Projekt - nur sehr viel kleiner - bereits mit Kindern umgesetzt. Das Ergebnis ist heute an der Lintacher Schule zu bewundern. Die "Bürgerskulptur", die auf dem Multifunktionsplatz an der Bahnhofstraße stehen wird, hat natürlich ganz andere Dimension: 1250 Bronzeplatten sollen die begehbare, 3x3,70 Meter große, geteilte Kugel innen und außen zieren - gestaltet von möglichst vielen Menschen. Je bunter die Mischung, desto besser: Gerade deshalb kann jeder mitmachen, wie Uber sagt - auch Interessenten, die sich zuvor noch nie künstlerisch versucht haben. Verewigt werden darf alles, was dem jeweiligen Gestalter wichtig ist, Beleidigendes oder Obszönes ausgenommen. So mag dem einen sein Hochzeitsdatum wichtig sein, ein anderer begeistert sich für grafische Elemente, während der Nächste vielleicht eine "Zeichnung" wagt oder einen Heiratsantrag niederschreibt.
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Aschach
Eine Stadt kann zeigen, was sie drauf hat
Künstler-Paar Uber-Diem macht Lust auf die Bürgerskulptur: Auf Wachsplatten kann wirklich jeder arbeiten
Diese Vielfalt, "das ist ja das Spannende", sagt Hanna Regina Uber: "Das ist der eigentliche Wert der Bürgerskulptur." Wer sich eine der Platten "kauft", bekommt ein Exemplar aus Wachs, das er mit allen denkbaren Werkzeugen bearbeiten kann: Messer, Nägel, Sandpapier oder was man sonst zur Hand hat. Wer das Wachs mit einem Föhn erwärmt, kann darin beispielsweise auch seine Hand abdrücken.
Wer sich unsicher ist, kann auf Papier vorzeichnen - und das Ergebnis später aufs Wachs durchdrücken, ermutigt Uber Zögernde. Gleich auf der Platte arbeiten kann man natürlich auch: Das Wachs verzeiht kleine Ausrutscher. Was einem nicht gefällt, kann man "zuspachteln", um dann wieder anzusetzen. Wachs, das herausgekratzt wird, kann man im Wasserbad verflüssigen und mit einem Pinsel neu auftragen.
Kratzen, kneten, malen
Man kann es aber auch kneten, um daraus erhabene Formen zu modellieren. Mehr als acht Millimeter hoch sollten diese freilich nicht über die Platte ragen, schränkt Robert Diem ein, damit man sie später noch problemlos gießen kann. Aus dem selben Grund braucht auch die Platte selbst eine stabile Grundstärke: Also nicht zu sehr ausdünnen! Selbstverständlich sind auch "Gemeinschaftsarbeiten" etwa von Vereinen möglich. Wer nicht selbst Hand anlegen will, kann einen Profi beauftragen.
Einige Interessenten hatten Bedenken, sie müssten sofort eine Gestaltungsidee parat haben. Uber kann auch sie beruhigen: "Man hat alle Zeit der Welt." Zum einen bleibe rund ein Jahr für die Plattengestaltung, zum anderen seien dazu auch etliche Kurse geplant. Dafür haben Uber/Diem professionelle Künstler und Institutionen wie Volkshochschule und Bildungswerke als Partner gewinnen können.
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