Kümmersbruck
Gnadenlos vom Rennfieber infiziert
Peter Mühl aus Kümmersbruck ist begeisterter Slotcar-Fahrer - "Geschwindigkeit hat es mir angetan"
Kümmersbruck. Der Porsche 935 "Moby Dick" auf Spur vier hat Mühe, mit den Konkurrenten mitzuhalten. In den Geraden holt er zwar auf und auch in der Steilwandkurve macht er sich gut. Doch dann kommt das Karussell. Etwas zu viel "Gas" und schon bricht das Heck aus. Der Wagen dreht sich um die eigene Achse und schießt von der Spur. Ein Crash, wie er im Buche steht. Keine Aufregung im Fahrerlager. Nix passiert. Denn bei den Slotcar-Fahrern sind solche Manöver an der Tagesordnung.
"Ich bin ein begeisterter Motorsportfan", gesteht Mühl seine Leidenschaft. Früher hatte er sich beim NAC Amberg an Orientierungsfahrten beteiligt. Doch dann stieg er aufs Motorrad um. "Die Geschwindigkeit hat es mir schon angetan", so Mühl. Dann und wann dreht er bei Hobbyrennen richtig auf. Vergangenes Wochenende war er mit seiner 1200er KTM RC 8R in Schleiz und auch die Rennstrecken in der Lausitz oder am Hockenheim kennt er gut.
Nur bei einem Formel-1-Rennen war Mühl live noch nie dabei. Dafür aber hat er ja seine eigene Rennstrecke zu Hause. Aus dem kleinen Carrera-Achter aus der Jugendzeit ist vor zwei Jahren eine große, von einem Zimmermann aufwendig
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| Eine exakte Zeitmessung erhöht die Spannung bei den rasanten Slotcar-Rennen. Die beste auf der Anlage von Peter Mühl gefahrene Rundenzeit liegt bei 5,2 Sekunden. Bilder: Wolfgang Steinbacher |
Mit der installierten Messanlage können die Rundenzeiten bis auf eine Tausendstelsekunde genau festgehalten werden - und während eines Wettkampfes hat der Rennleiter am Computer das Geschehen jederzeit im Auge.
Weil Autorennen alleine aber zu langweilig sind, hat Mühl eine richtige Fangemeinde um sich geschart. Ein paar Mal im Monat trifft man sich an der Bahn zum Training, zum Fachsimpeln und zum Reparieren der Autos. Denn schnell muss nach einem Kabelbruch mal an Ort und Stelle gelötet werden. Die Reifenschleifmaschine surrt und es riecht nach Bremsenreiniger, Lötzinn - und nach Kaffee.
Alles, was das Herz begehrt
Und weil es immer schon schwierig war,
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| Auf dem Montagebrett lötet Mühl die abgerissenen Stromleitungen. |
Natürlich gibt es bei den Slotcar-Jüngern immer eine Menge Gesprächsstoff. Zum Beispiel über das am 9. September bevorstehende Rennen im FLY-F1-Cup auf der Bahn in Kümmersbruck. Fünf Minuten müssen im Wettkampf die Piloten am Regler alles geben. Jede Spur wird einmal befahren: 20 Minuten volle Konzentration. "Da rührt sich schon was und die Fahrer stehen unter Hochspannung", sagt Mühl. Die kleinen Autos begeistern die großen Buben. "Das ist Rennfahren für den kleinen Geldbeutel und ein bezahlbares Formel-1-Feeling."
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