Sulzbach-Rosenberg
Sogar das Mündungsfeuer blitzt
Jürgen Gradl baut die "Bismarck" nach Plänen von Blohm & Voss im Maßstab 1:100 nach
Sulzbach-Rosenberg. Die Idee stammt aus dem Jahr 1975: Jürgen Gradl leistete damals gerade seinen Bundeswehrdienst ab. In der Mannschaftsunterkunft baute er in der Freizeit ein Modell des Schlachtschiffes "Bismarck" im Maßstab 1:350. Doch schon damals war ihm das Modell zu klein. Dann endlich - nach 30 Jahren - verwirklichte sich der 55-jährige Bastler seinen großen Traum: den Bau der "Bismarck" im Maßstab 1:100.
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| Jürgen Gradl in seinem Hobbyraum vor einem der Detailpläne mit einem gelben Plastikrohling und seinem fertig bearbeiteten Pendant. |
6000 Euro investiert
Schnell war der Hobbyraum unterm Dach als Bastel-Domizil auserkoren - seit fünf Jahren verbringt Gradl dort durchschnittlich 15 Stunden pro Woche an seinem Schmuckstück. Nach den Kosten gefragt, meint er: "Wenn alles bis zum Abschluss im nächsten Jahr nach Plan läuft, werden es wohl rund 6000 Euro sein, die ich investiert habe." Es geht auch richtig eng zu in der schmalen Bastelstube - bei einem Modell mit 2,51 Metern Länge kein Wunder. Der Clou an der ganzen Sache aber ist, wie Jürgen Gradl verrät, dass die Bismarck am Ende der Bauzeit schwimmfähig und mit allerlei technischen Raffinessen ferngesteuert wird.
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| Aus vielen kleinen Einzelteilen entsteht das Gesamtkunstwerk. Da braucht es schon ein eigenes Ordnungssystem, um bei der Vielzahl der Baukomponenten nicht den Überblick zu verlieren. |
Und da ist Gradl auch gleich beim Problemfeld "Elektrik" gelandet. "Die bereitet mir als gelerntem Schriftsetzer schon manches Kopfzerbrechen. Aber der Austausch im Internet mit Gleichgesinnten hat bis jetzt doch immer wieder zu weiteren Fortschritten geführt." Warum musste es eigentlich der Maßstab 1:100 sein? Gradl vermutete hier zunächst größere Teile, die ihm das Basteln erleichtern sollten. "Aber da habe ich mich sauber getäuscht, denn der größere Maßstab macht natürlich auch eine größere Detailtreue möglich, was wieder mehr Filigranarbeit bedeutet."
Aus mehreren Ländern
Aus ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern lässt sich der Hobby-Schiffsbauer vorgefertigte Plastikteile, Ausstattungselemente, Elektromaterial, Bauvorschläge und Informationsbroschüren schicken.
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| Mit der elektronischen Steuerung ist das so eine Sache ... |
Viele der Arbeiten kann er hier nur mit der Pinzette ausführen. "Bei den richtig kniffeligen Sachen wollte ich das ganze Schiff schon einige Male wegschmeißen, aber dann macht man doch immer wieder weiter", schmunzelt Jürgen Gradl.
Sollte er die elektronische Steuerung bald zufriedenstellend abschließen können, folgt die Versiegelung des Rumpfes. Darauf werden die weiteren detaillierten Baugruppen maßgenau aufgesetzt.
Am Ende ist das Riesen-Modell voll ferngesteuert mit drehbaren Geschütztürmen und schwimmfähig. Auch die Schiffsbeleuchtung und Mündungsfeuerblitze hat der versierte Bastler nicht vergessen. Na dann Mast- und Schotbruch!
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| Im "Bastel-Reich" von Jürgen Gradl hat eigentlich nur das 1:100-Modell des deutschen Schlachtschiffes "Bismarck" so richtig Platz. Bilder: Royer |
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