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Nürnberg
Ein Tritt, ein folgenschwerer Bruch
Andreas Wolf zu ungestüm, Freiburg nimmt dankend an: Club verschenkt drei Punkte
Nürnberg. Andreas Wolf steht wahrlich nicht in Verdacht, pfleglich mit seinen Gegenspielern umzugehen. Der Club-Verteidiger schont sich nicht, aber auch nicht seine Umgebung. Als er am Samstag bei einer Abwehraktion im eigenen Strafraum den Freiburger Stefan Reisinger traf, stand der SC-Stürmer relativ schnell wieder, grinste sogar. Es war kein übles Foul. Trotzdem hatte Wolfs Tritt einen Bruch zur Folge - einen Bruch im Spiel der Nürnberger.
Bis zu dieser 40. Minute hatten die Gastgeber die Partie total im Griff, und keiner der 36 780 Zuschauer wäre auf den Gedanken gekommen, dass die Freiburger dieses Bundesliga-Spiel noch mit 2:1 gewinnen könnten. "Besser als in den ersten 40 Minuten können wir nicht spielen", urteilte Nürnbergs Coach Dieter Hecking. Ganz entspannt saß er in seinem Trainerhäuschen und sah dem Treiben zu. Bis zu Wolfs Fehl-Tritt. "Ich habe den Ball gespielt", beteuerte der Club-Kapitän. "Aber der Schiri stand wohl nicht günstig."Pappis Cissé verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:1. Die ganze Sicherheit der Clubberer war fortan weg. Das 1:2 (52.), erneut durch Cissé, die logische Folge. "Das gibt es nicht", brummte Club-Keeper Raphael Schäfer nachher. "Die schießen zwei Mal aufs Tor und zwei Mal landet der Ball im Netz."
Dabei hätte dieser Nachmittag der perfekte Einstand werden sollen. Mit Mehmet Ekici, Julian Schieber, Jens Hegeler, Timmy Simons und Per Nilsson absolvierten fünf Akteure ihr erstes Heimspiel für den Club. Ekici, die Leihgabe des FC Bayern, zeigte immer wieder, welch feine Technik er sich in München angeeignet hat. Seine Freistöße waren stets gefährlich, wie in der 49. Minute, als er nur die Latte traf. Der junge Julian Schieber, vom VfB Stuttgart ausgeliehen, behauptete mit seiner körperlichen Robustheit in der Sturmspitze viele Bälle und traf - nach Ekici-Freistoß - per Kopf zum 1:0 (15.). "Daran werden Torjäger gemessen", sagte sein Trainer, der lobte: "Gegenüber dem Gladbach-Spiel war das von ihm schon eine Verbesserung." Hegeler, die dritte Leihgabe, eine aus Leverkusen, hatte in der ersten Hälfte wie der Belgier Simons für Stabilität im defensiven Mittelfeld gesorgt. Nur vom fahrigen Per Nilsson hatten sich die Club-Fans wohl etwas mehr erwartet. "Da ist schon noch Verbesserungspotenzial", sagte der schwedische Verteidiger und meinte wohl auch seine Leistung. Aber auch er war sich nach der ersten Hälfte sicher, dass es zum Sieg reichen würde. "Die Niederlage tut weh, weil auch die Freiburger keinen richtig guten Tag hatten." Den hatten beim Club auch altbewährte Kräfte nicht. Albert Bunjaku und Javier Pinola gaben dem Team keinen Halt.
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