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Von (ath)  |  27.08.2010  | Netzcode: 2471066  |  3076 Mal gelesen.
Amberg

Lesben-Paar findet schwulen Mann

Er zeugt für die Frauen und will für Kind auch Vater sein - "Klapperstorch" kommt ohne Anzeige aus

Amberg. (ath) Der Klapperstorch ist noch nicht gelandet, aber er befindet sich in der Einflugschneise. Das lesbische Pärchen, das zu Jahresbeginn per Kleinanzeige in der AZ einen "Entwicklungshelfer" für seinen Kinderwunsch gesucht hatte (wir berichteten), ist fündig geworden. Und zwar sensationellerweise bei einer ebenfalls homosexuellen Lebenspartnerschaft: Einer der zwei Männer will wie die Frauen Nachwuchs haben, stellt sich für die Samenspende an die Ältere zur Verfügung.

Auch wenn die Liebe bei der 35-Jährigen seit drei
Auch wenn die Liebe bei der 35-Jährigen seit drei Jahren ihrer Freundin gilt und der homosexuelle Mann ebenfalls bei seinem Partner bleibt, wollen die zwei per Bechermethode ein Kind zeugen, das sich beide Seiten wünschen. Dieses Foto zeigt nicht die realen Personen, sondern ist nur ein Symbolbild zum Thema. Bild: dpa
Und nicht nur das: Der Enddreißiger, der wie die 25 und 35 Jahre alten Damen aus der Region Amberg kommt und natürlich ebenso anonym bleiben will, hat signalisiert, auch später in die Vaterrolle schlüpfen zu wollen. Heißt konkret: Er steht zu dem gemeinsam gezeugten Kind, will es künftig regelmäßig sehen und für den Jungen oder das Mädchen auch als Papa da sein.

Er ist ein alter Schulfreund



Das ist in solchen Fällen nicht selbstverständlich, wie die beiden Frauen der AZ erklärten. In der "Szene" lesbischer Paare mit Kinderwunsch sei es oft so, dass sich Männer zwar für die Zeugung hergeben, aber danach eher nichts mit dem Nachwuchs zu tun haben wollen. Häufig würden das auch die Frauen nicht wünschen, ihr Kind lieber alleine aufziehen ohne Mann, der sowieso nicht in diese Beziehung passe.

Die beiden Damen aus der Region waren da von Anfang an offener. Selbst wenn es ein Mann gewesen wäre, den sie dank ihrer Kleinanzeige in der AZ mit der Hingucker-Überschrift "Klapperstorch braucht Hilfe" und dem noch spektakuläreren Inhalt gefunden hätten. Wenn das Umfeld und die Chemie gestimmt hätten, berichtet die 35-Jährige, hätte der Erzeuger die Chance bekommen, sein Kind auch später zu sehen und Kontakt zu ihm zu haben. Doch der Vater, der sich nun aufgetan hat, stammt nicht aus den "Bewerbungen" auf die Anzeige. Er ist ein alter Bekannter der 35-Jährigen, den sie schon seit der Schulzeit kennt.

70 Antworten auf Annonce



Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Antworten auf die Anzeige gab es genug. Rund 70 Herren unterschiedlichster Art hatten sich gemeldet. Viele davon überprüften die Damen wie berichtet ernsthaft, am Ende blieb eine gute Handvoll übrig, die infrage gekommen wäre. "Weil Herkunft, Beruf und bisheriger Lebenswandel eben gepasst hätten", wie die 35-Jährige der AZ berichtete. All das seien Dinge gewesen, die dem Paar wichtig und für den Hintergrund seines Kindes eben nicht egal waren. Doch, wie so oft, lag das "Glück" für die beiden Frauen näher, als sie gedacht hatten. Noch während sie mit der Auswahl und Kontaktpflege mit ihren Anzeigen-Kandidaten beschäftigt waren - das zog sich bei der sorgfältigen Begutachtung über Monate - kam ihnen immer mehr der alte Bekannte als ideale Lösung in den Sinn. Zumal sie von ihm den Hintergrund seit langem kennen und bei ihm eben mit dem gleichen Kinderwunsch auf offene Ohren stießen.

Dass er ebenfalls homosexuell ist und im Grunde in derselben Lage wie die Frauen steckt, vereinfachte vieles - abgesehen von manch rechtlichen Fragen, die für die Beteiligten aber nicht im Vordergrund stehen. "Wir sind happy, echt glücklich mit dieser Lösung", schwärmte die 35-Jährige gegenüber der AZ.

Die Vorgeschichte gibt es hier.

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