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Von (esa)  |  24.08.2010  | Netzcode: 2465550  |  1167 Mal gelesen.
Bodenwöhr

Planschen am Pingartener Porphyr

Nicht ganz richtige geologische Bezeichnung - Wege für Radler und Wanderer in Bodenwöhr

Ein Kunstobjekt am Ufer des Hammersees: die
Ein Kunstobjekt am Ufer des Hammersees: die Meerjungfrau.

Bodenwöhr. (esa) In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Fit for Fun" erzählt Schauspieler Hardy Krüger Jr. ("Forsthaus Falkenau") von seinem Wandererlebnis im Oberpfälzer Wald. Er hat den Hammersee in Bodenwöhr schon für sich entdeckt. Das Gewässer am Kolm ist ihm verbrogen geblieben. Kein Wunder, ist es doch auch in der Region weniger bekannt.

Das Gewässer am Kolm. Noch sind keine Badegäste
Das Gewässer am Kolm. Noch sind keine Badegäste da. Doch wenn das Kolmfest Anfang August stattfindet, dann ist hier viel los. "Bis zu 600 Leute kommen da", weiß Bürgermeister Richard Stabl. Bilder: Götz (4)
Der "Rotliegende" ist kein Badegast, der zu lange in der Sonne lag. Diese von Eisenhydroxid gefärbten Gesteinsschichten findet man im ehemaligen Steinbruch im Pingartener Porphyr, etwa drei Kilometer nordostwärts von Bodenwöhr am Kolm. Vor etwa 270 Millionen Jahren, im Perm, ist er durch äolische Abtragung des Variszischen Gebirges entstanden. Dieses Faltengebirge zog sich damals quer durch Europa.

Quarz und Feldspat



Geologen haben den "Pingartener Porphyr" benannt, dabei aber leider einen Fehler gemacht: Denn "Porphyr" ist ein vulkanisches Gestein, der Pingartener Felsen besteht jedoch aus Feldspat, Quarz, Glimmer und Granitfragmenten. "Von Passau bis nach Schwarzenfeld zieht sich dieser Pfahl", ergänzte Bürgermeister Richard Stabl. Dieses Gestein ist Teil des sogenannten "Erzhäuser Arkose". Abgebaut wurde das Gestein in Pingarten für Bahnschotter. Heute befindet sich neben dem "Rotliegenden" ein Weiher, in dem vor allem Einheimische und Neunburger gerne baden, so Stabl, "denn die Ruhe hier zieht die Leute an". Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz zählt dieser Weiher zu Bayerns schönsten Geotopen.

Ein Aushängeschild



Die Tagesausflügler aus Amberg sitzen auf einer
Die Tagesausflügler aus Amberg sitzen auf einer mit Mosaiksteinchen verziehrten Bank und genießen die Idylle. Jetzt sind sie fast noch alleine am See, doch vor allem am Sonntag kommen viele Gäste.
Urlauber im Erholungsort Bodenwöhr verbringen ihre Freizeit gerne am Hammersee in Bodenwöhr. Hier gibt es saubere Badestrände mit sanitären Anlagen, einen Tret- und Ruderbootverleih und Angelplätzen. "In einer Fachzeitschrift für Angler wurde der See auch schon gelobt", so Stabl stolz. Für Familien und Senioren gibt es sogar seicht angelegte Badeplätze. Um diesen See herum führt für Kunst- und Naturliebhaber der Kunst- und Wasserweg, laut Bürgermeister Stabl "ein Aushängeschild für uns". Am Ufer stehen immer mal wieder Kunstwerke, meist mit blauen Mosaiken verziert. Auf einer Bank sitzen zwei Ehepaare aus Amberg, die früher zwar immer mit den Kindern zum Baden hergefahren sind, dann über Jahrzehnte nicht mehr. "Richtig schön", findet es eine Dame heute am Hammersee. Dieser Weg und der Schlossberg-Lehrpfad führen zum Goldsteig, einem durch Ostbayern verlaufenden "Premiumwanderweg".

Im Mittelalter wurde der Hammersee aufgestaut, um die Wasserkraft für Mühlen und später die Eisenverhüttung zu nutzen. Es blieb der Charakter eines Naturbades. Seit 2008 veranstaltet die Gemeinde ihre eigene, historische Festspiele "Eisenzeit". Heuer wurde der Brandner Kaspar nicht im Himmel, sondern im "Stolln zum Paradies" aufgenommen. Von Juni bis August werden während der Natur-und Kulturwochen Führungen mit szenischen Darstellungen organisiert, zum Beispiel zu 250 Jahren Blechhammer.

Ein Stück des Rundwegs führt auch über das
Ein Stück des Rundwegs führt auch über das Wasser, aber trockenen Fußes.


Viele andere Wander- und Radwege verlaufen durch Bodenwöhr, seine Ortsteile und die umliegenden Wälder. Richtig idyllisch ist es dort und laut Richard Stabl sollen auch die "Pilz- und Beerenfreunde auf ihre Kosten kommen". Freizeitangebote gibt es auch Blechhammer und das landwirtschaftliche Oldtimermuseum in Windmais lockt Freunde von alten Lanz-, Eicher- und Porsche-Traktoren.

Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/

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