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Von (esa)  |  23.08.2010  | Netzcode: 2464198  |  1313 Mal gelesen.
Nittenau

Barbie trifft auf Hecht und Waller

Stadtmuseum Nittenau: Mit einem Fisch fing alles an - Mineralien- und Porzellansammlung

Das erste Ausstellungsstück im Museum: Ein Waller
Das erste Ausstellungsstück im Museum: Ein Waller (unten) aus dem Regen. Über dem Waller "schwimmt" ein Hecht; "ein schönes Exemplar", meint Museumsleiter Rainer Weileder. Dieser Raum wird vom Angelverein betreut.

Nittenau. (esa) "Geliebt, gehasst, gesammelt - Barbie". Vor allem Raritäten der Puppe aus den 50er und 60er Jahren sind in den Vitrinen des Stadtmuseums ausgestellt. Nicht jede Puppe hatte damals langes, blondes Haar. Der Kurzhaarschnitt war in dieser Zeit viel moderner, erläutert Museums-Mitarbeiter Rainer Weileder die Jahresausstellung. .

Langes, blondes, wallendes Haar: Das
Langes, blondes, wallendes Haar: Das Erkennungszeichen für Barbie und ihre Freundinnen.
Nicht alle konnten sich damals die neueste Barbie-Mode leisten, weshalb viele Puppenmütter sich selbst hinter die Nähmaschine gesetzt haben. Eine pensionierte Lehrerin hat viele Kleidungsstücke selbst genäht, gestrickt und gehäkelt. Viele Stunden muss sie in ihre Handarbeit investiert haben. Zu ihren Leihgaben schrieb sie: "Die Bastelarbeiten habe ich gemacht, um meine Einsamkeit zu überbrücken, ich hoffe, dass ich Freude bereiten kann in meiner Traurigkeit." Sehr melancholisch.

Die Vorgängerin der Barbie war "Lilli, ein Mädchen aus der Großstadt", wie es auf einem Filmplakat heißt. "Lilli" hat Filme gedreht, war in einem Witzebuch abgedruckt. Jeden Tag fand man so einen "Fräuleinwitz" in Boulevardzeitungen. Etwa den: "Lilli telefoniert: Wer der junge Mann war, mit dem ich gestern spazieren ging? Da musst du mir erst sagen, wann und wo du mir begegnet bist!" Die Firma "Mattel" hat dann eine Puppe aus Lilli geschaffen, die dann zur Barbie wurde.

Groß, lange Beine, blondes Haar, schlanke Figur:
Groß, lange Beine, blondes Haar, schlanke Figur: Die Barbiepuppe ist in diesem Jahr das Thema der Sonderausstellung im Stadtmuseum Nittenau. Eine pensionierte Lehrerin hat diese Puppenkleider zum Zeitvertreib genäht. Ob Dirndl, Hüte in allen Variationen, Küchenschürze oder Sonntagskleid und die passenden Schuhe dazu - es gibt alles, was das Barbie-Liebhaber-Herz begehrt. Bilder: Götz (6)


Nächstes Jahr, das verrät Rainer Weileder, wird alles rund ums Schlafzimmer Thema der Sonderausstellung sein. Die zwei Schwerpunkte der Dauerausstellung sind Mineralien, Kristalle und das Reichenbacher Steingut aus dem Zeitraum von 1840 bis 1870. Die Mineraliensammlung des Stadtmuseums Nittenau ist so gut bestückt, dass oft Studenten aus Regensburg mit ihren Professoren anreisen und sich durchs Museum führen lassen.

Museumsmitarbeiter Rainer Weileder vor Steingut
Museumsmitarbeiter Rainer Weileder vor Steingut aus Reichenbach, das im Museum einen Schwerpunkt darstellt.


Auch wertvolles Reichenbacher Steingut ist um Museum zu finden. Einige sind mit dem Umdruckverfahren verziert worden. "Das funktioniert wie ein Abziehbild, die auf den Teller geklebt wurden" beschreibt Weileder die Prozedur. Beim Brennen ist das Papier dann verbrannt, doch das Motiv blieb auf den Tellern und Tassen.

Zum Thema "Bergbau" sind auch einige Schülerarbeiten ausgestellt. Ein Schaukasten zeigt, wie man mit Hilfe eines Wasserrades die Bergleute in die Stollen transportiert hat. Ziemlich waghalsig mussten diese von einer Sprosse auf die nächste hüpfen.

Sehr stolz ist das Museum auf die gut erhaltene
Sehr stolz ist das Museum auf die gut erhaltene Schusterwerkstatt.


Erstes Stück im Stadtmuseum war übrigens ein Waller: Der große Fisch wurde im Regen gefangen und präpariert. Aus dem Wunsch, ihn auszustellen, entstand das Museum. Bestückt ist es mit vielen privaten Leihgaben. Aber auch die umliegenden Stadtmuseen helfen mit Exponaten aus. Auch größere Ausstellungen machen die Runde. "Die Zusammenarbeit mit anderen Museen funktioniert hervorragend," lobt Weileder.

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