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Von (et)  |  22.08.2010  | Netzcode: 2462428  |  277 Mal gelesen.
Amberg-Sulzbach

Der Sterne-Banner

Astrofotograf Meier hält Himmelskörper fest

Amberg-Sulzbach. (et) Sein Spielfeld sind die unendlichen Weiten des Universums, Entfernungen werden hier in Millionen Lichtjahren angegeben. Doch wenn Christian Meier in die Tiefe des Raums vorstoßen will und nächtens sein Teleskop aufbaut, kommt es auf kaum messbare Winzigkeiten an. Meier betreibt Astrofotografie. Präzision ist bei diesem Hobby alles, nur mit absoluter Genauigkeit kommt eine Aufnahme zustande, die den Ansprüchen des 41-Jährigen genügt.

Der sogenannte Nordamerikanebel im Sternbild
Der sogenannte Nordamerikanebel im Sternbild Schwan ist bei guter Sicht mit bloßem Auge als heller Fleck in der Milchstraße zu erkennen. Seine Form hat, nach rechts gekippt, große Ähnlichkeit mit den Umrissen der USA, wie diese Aufnahme zeigt. Bild: Christian Meier
Bei der Astrofotografie spielen die natürlichen Bedingungen eine wesentliche Rolle: Bei trüber Luft oder gar Wolken geht gar nichts, das Flimmern der aufsteigenden Warmluft oder Vollmond beeinträchtigen die Aufnahme. Bleiben rund 50 Gelegenheiten pro Jahr, an denen es sich lohnt, sich für ein dreistündiges Fotoshooting die Nacht um die Ohren zu schlagen.

An diesen günstigen Tagen fährt Christian Meier hinaus nach Ursensollen zur Sternwarte. Der selbstständige Elektromeister aus Speckshof, verheiratet und dreifacher Vater, hat es dann in erster Linie auf Gasnebel abgesehen, also Gebiete, in denen gerade Sterne entstehen. Doch auch bei Kugelsternhaufen oder Galaxien drückt er schon mal drauf. In der Sternwarte montiert er sein selbst gebautes Spiegelteleskop, eineinhalb Meter lang, mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern und 25 Kilogramm schwer, auf die Halterung.

Als Folge der Erddrehung scheinen die Gestirne über
Mit seinem kanonenartigen Teleskop holt Christian
Mit seinem kanonenartigen Teleskop holt Christian Meier die Sterne nicht vom Himmel, sondern hält sie fotografisch fest. Das Licht der Himmelskörper fällt auf den hinteren Spiegel, der es bündelt und auf den kleinen Spiegel vorn wirft. Von dort wird es in die Kamera gelenkt. Bilder: Hartl
das Firmament zu wandern - und das macht die Sache kompliziert. Deshalb bedarf es auch zweier Kameras, um bei einer Belichtungszeit von zehn bis 20 Minuten saubere Bilder hinzubekommen. Der Aufnahmekamera werden also, ehe sie an das Teleskop geschraubt wird, ein Strahlenteiler und eine Kontrollkamera vorgeschaltet. Diese zweite Kamera, deren Verschluss immer geöffnet ist, richtet Meier auf einen einzigen Stern aus. Verbunden mit dem Computer justiert dieses System das Teleskop nach, so dass es samt Aufnahmekamera mit dem Sternbild mitwandert - in zehn Minuten beispielsweise um exakt 2,5 Grad.
Da der Leistungsfähigkeit der Technik Grenzen gesetzt sind, nimmt Christian Meier mit seiner Digitalkamera ein Objekt fünf bis zehn Mal in Serie auf. Am Computer legt er diese Bilder übereinander, um dann mittels Filter das vom Kamerachip herrührende sogenannte "Hintergrundrauschen" zu minimieren. Mit Bildbearbeitungs-Software gleicht er technisch bedingte Verluste, etwa bei den Farben, aus. Nun hat Meier die fertige Aufnahme vor sich. Ist das Werk gelungen, bedeutet es ihm einen ästhetischen Hochgenuss.

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