Amberg
Vom Sieg des Geistes über die Materie
Heinz Däubler ist Problemschach-Komponist und verzückt seine Fans mit überraschenden Lösungen
Amberg. Das geübte Auge des Problemschach-Freundes erkennt es gleich: Die sechs Figuren bilden einen Tannenbaum, einen kleinen zwar nur, mit einem Ästchen links und rechts, aber dafür steht er - erst einmal eine besondere Feinheit - auf dem Kopf (respektive der Spitze). Das Entzücken steigert sich noch, wenn die Aufgabe richtig gelöst wird. Dann hat sich mit sechs Figurenbewegungen der Baum vom Kopf auf die Füße gestellt und der schwarze König ist dabei matt geworden.
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| Wenn der Computer selbst Schachprobleme erfinden könnte, "dann würde ich meine Dienste einstellen", sagt Heinz Däubler. |
Wenn man dann die Lösung kennt, schaut alles so wunderbar leicht und künstlerisch fein aus, dass der Eingeweihte versteht, warum die Schachspieler die Schöpfer von Schachproblemen "Komponisten" nennen: weil alles so genau zusammenpasst wie bei einem guten Musikstück und ähnlich viel Freude bereiten kann.
Der Amberger Heinz Däubler ist ein Komponist von Schachproblemen, sogar einer, der einen wohlklingenden Namen in der Szene hat, und das Vergnügen, das er mit seinen Aufgaben bereitet, ist seine Antriebskraft: "Es freut mich einfach, wenn ich damit den Leuten eine Freude machen kann." Als ehemaliger Bundesbankdirektor, zuletzt mit Dienstsitz in Rosenheim, ist Däubler, der in Neustadt/Saale geboren ist, in Bayern viel rumgekommen, hat schon in vielen Schach-Mannschaften gespielt (unter anderem 2. Bundesliga), aber eines ist immer gleich geblieben: Wenn er Probleme entwirft, hört er gerne Mozart dazu. Das Leichte und Beschwingte daran bringt seine Gedanken auf Trab, sagt der 65-Jährige.
Hat die Beschäftigung mit dem Problemschach auch seine Fähigkeiten im "Normalschach" gesteigert? "Auf jeden Fall", meint Däubler. "Ich bin stärker geworden, weil ich bei den Problemen die Wirkkraft jeder einzelnen Figur wesentlich intensiver untersuchen muss, und ich schaue mir jetzt auch in der Partie jede Figur genauer an." Darüber hinaus habe sich seine Intuition verbessert: "Man fühlt einfach, was in der Stellung möglich ist." So kommt es, dass Däubler gelegentlich auch in Partien das Credo der Problem-Liebhaber umsetzen kann: "Es soll ja nicht nur matt werden, es soll etwas Schönes dabei herauskommen."
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