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Von (td)  |  11.08.2010  | Netzcode: 2446938  |  1420 Mal gelesen.
Schwandorf

Auf dem Weg zum heiligen Jakob

Von Schwandorf nach Ensdorf: Eine kleine Wanderung für Urlauber und Daheimgebliebene

Schwandorf. (td) Die im Mittelalter hochgeschätzte Idee, ans Grab des hl. Jakob in Santiago de Compostela zu pilgern, gewinnt in unserer Zeit wieder zunehmend an Bedeutung. Parallel zur religiösen Motivation wirkt dabei auch die politische Idee zur Integration Europas. Der nachfolgend beschriebene Weg ist ein kleiner Teil des großen Jakobswegs. Er führt von Schwandorf nach Ensdorf und ist 17 Kilometer lang. Er lässt sich leicht wandern.

Wie diese Wallfahrerinnen aus Stulln gehen immer
Wie diese Wallfahrerinnen aus Stulln gehen immer wieder ganze Gruppen den Jakobsweg von Schwandorf nach Ensdorf. Während der Wanderung durch die malerische Gegend werden in der Regel Pausen eingelegt und Texte mit spirituellen Impulsen zum Nachdenken vorgetragen. Bild: ohr
Ausgangspunkt der Wanderung ist die gotische Kirche St. Jakob in Schwandorf, die sich am Oberen Markt befindet. Im Inneren der großen Kirche findet sich ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Der Hochaltar und zwei Steitenaltäre sind neugotisch gestaltet, es gibt aber auch gotische, spätgotische und barocke Elemente. Am Hochaltar sind die Berufung und die Enthauptung des Apostels Jakobus dargestellt. Außerdem steht der Heilige als Figur in einer äußeren Turmnische.

An der Naab entlang



Wer auf dem Jakobsweg weiterziehen will, geht den Platz vor der Kirche bis etwa zur Mitte hinunter und wendet sich nach rechts. Von dort kann er schon auf die Naabbrücken hinausschauen und hinausgehen. Gleich am Ende der letzten Brücke führen Stufen nach links an das rechte Naabufer hinunter. Daran entlang leitet nun unsere Jakobsmuschel. Man kommt zum Festplatz und unterquert eine Bahnlinie. Die Naab wirkt hier recht breit.

Bei Ettmannsdorf unterquert der Wanderer eine Straße, die hier über die Naab führt. Der Steig am Ufer endet schließlich. Der Weg springt hinauf in die Verlängerung der Wöhrangerstraße und führt an den Waldrand, dann weiter nach Naabsiegenhofen. Von dort biegt die Markierung nach rechts weg.

Zunächst sachte, dann aber deutlicher steigt das Gelände an. Ein Waldgebiet ist zu durchqueren. Am westlichen Waldrand angekommen, erkennt man am jenseitigen Hang eines Trockentales den Ort Neukirchen. Das schmucke Dorf war 1978 das schönste Dorf der Oberpfalz und erhielt 1979 eine Goldmedaille im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden".

Mit einem Gnadenbild



Dargestellt wird der Apostel Jakobus d. Ä. mit
Dargestellt wird der Apostel Jakobus d. Ä. mit Buch oder Schriftenrolle, ab dem 11. Jahrhundert auch als Pilger mit Pilgermuschel am Hut, mit langem Stab, Reisetasche und Wasserflasche. Diese Statue befindet sich an der Schwandorfer Kirche St. Jakob am Oberen Markt.
Man sollte hier unbedingt einmal in die katholische Pfarrkirche St. Martin hineinschauen: Die frühere Wallfahrtskirche zeigt ein Gnadenbild, Deckenfresken und vor allem einen romanischen Taufstein (rechts vom Altar) aus dem 12. oder 13. Jahrhundert.

Der Weg führt an der Kirche vorbei und dann mit dem Kreuzweg nach rechts hinauf zur St.-Anna-Kapelle und weiter auf den Fahrweg in Richtung Scheckenberg. Der Weg dorthin ermöglicht zahlreiche Ausblicke: Im Norden erkennt man den Pittersberg und darauf den gleichnamigen Ort; dahinter, über das Fensterbachtal hinweg, den Höhenzug des Johannisberges. Stulln und Teile von Schwarzenfeld, die den Südrand des Nabburger Flussspatreviers markieren, kann man ausmachen. Natürlich hat man auch einen schönen Blick auf Schwandorf.

Alter Gutshof



Die nächste Station ist Siegenthan. Der Gutshof macht einen hervorragenden Eindruck. Er steht auf der Hochfläche inmitten riesiger Felder. Der Jakobsweg zweigt bei Siegenthan nach halblinks weg. Nach knapp einem Kilometer taucht er in ein Waldgebiet ein, das durch wenige kleine Rodungsinseln aufgelockert ist.

Die Wanderer kommen nach Dornberg. Im Norden sehen sie Thanheim, im Westen einige Häuser von Rieden. Westlich von Dornberg quert man ein Trockentälchen, das von Thanheim herunterzieht. Wieder auf der Hochfläche angekommen, wendet man sich unter die Hochspannungsleitung für gut 1,5 Kilometer nach rechts.

In diesem baumlosen Gebiet sind die Markierungen meist auf eingegrabenen Steinen angebracht. Einmal, wo es nach links weggeht, helfen auch Zeichen an einem Hochspannungsmast. An einem Sportplatz vorbei kommt man auf der Hochfläche bis zu den obersten Häusern von Ensdorf. Der Abstieg in den Ort erfolgt vorwiegend auf Fußsteigen.

Kloster als Mittelpunkt



Der Dorfmittelpunkt ist das Kloster. Es geht auf eine Benediktinergründung 1121 zurück. 1507 brannte es ab und wurde schließlich aufgehoben. Um die Wende zum 18. Jahrhundert errichteten die Benediktiner hier eine neue Abtei. Erst 1921 entstand dann das Noviziat der Salesianer Don Boscos.

Im Mittelalter zogen Jakobspilger häufig durch Ensdorf. So wurde die Klosterkirche, die heute zugleich Pfarrkirche ist, dem hl. Jakobus geweiht. Die prächtige Barockkirche als Wandpfeilerbau wird Johann Dientzenhofer (1663 bis 1726) zugeschrieben und die Deckengemälde des Langhauses Cosmas Damian Asam (1686 bis 1739).

Eines der Gemälde zeigt den hl. Jakobus auf einem Schimmel mitten in der Schlacht von Clavijo (Christen gegen Heiden). Erwähnenswert sind auch wertvolle Schnitzarbeiten in der Sakristei, deren Künstler aber im Verborgenen bleibt. In Ensdorf endet die Betreuung des Jakobsweges durch den Oberpfälzer Waldverein (OWV). Um die Anschlussstrecke kümmert sich der Fränkische Albverein (FAV).

Alle Folgen "Urlaub daheim" im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/urlaubdaheim

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