Amberg/Ensdorf
Mit dem Hobby durch die Wand
Das Leben im H0-Format: Modelleisenbahnfan Peter Rezek reizt die Landschaftsnachbildung
Amberg/Ensdorf. "Mit Strom hab' ich's nicht so", bekennt Peter Rezek. "Man hört und sieht ihn nicht - und patsch, haut's einen drauf." Doch ganz ohne Strom kommt der Amberger bei seinem Hobby nicht aus - er ist Modelleisenbahnfan. Natürlich "muss sich was bewegen auf der Anlage", sagt Rezek. Aber für ihn liegt der besondere Reiz in der Landschaftsgestaltung.
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| "Mein Traum ist ein riesiges Bahnbetriebswerk", verrät (Modell-)Eisenbahnfan Peter Rezek. Bilder: Petra Hartl |
So wurde Rezek "vom Eisenbahn-Virus infiziert" und entwickelte ein Faible für Dampfloks: "Meine größte Freude war es, mich im Rauch der Loks zu verstecken" - zum Leidwesen seiner Mutter, wenn ihr Sprössling wieder mal rußverdreckt heimkam und dabei oft selbst stank wie eine Dampflok.Mit sieben Jahren zog Rezek mit seinen Eltern zu den Großeltern nach Amberg. Als mit 14 Jahren das Mofa und andere Themen interessant wurden, ließ die Bahn-Begeisterung nach. Um später, nach seiner Hochzeit und der Geburt seiner Kinder, umso heftiger zurückzukehren.
Der Dachboden reicht nicht
1993 bastelte Rezek an seiner ersten richtigen Modellbahnanlage, Märklin, H0, sechs Quadratmeter groß. Über einen Kollegen kam er damals zum Modelleisenbahnclub Unteres Vilstal Rieden - dem Verein, dem er inzwischen vorsteht. Natürlich reichte der Platz auf Rezeks Dachboden nicht. Ein Wanddurchbruch zum nächsten Raum musste her. Doch Rezek hatte seine Rechnung ohne seine Frau gemacht: "Das war ihr Raum." Und so war das Loch schnell wieder geschlossen.
Die Umstellung der Heizung von Öl auf Gas brachte den ersehnten Platz - Rezek konnte sich im Tankraum austoben.
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| Lebensecht bis ins kleinste Detail: Die Jungs, die hier in den (beleuchteten!) Kanal steigen, passen locker auf ein Fünf-Cent-Stück. |
Fünf Jahre baute er dort an einer neun Quadratmeter großen H0-Digitalanlage - und begeisterte damit auch seinen Sohn. Ehefrau Susanne mischt ebenfalls mit: "Damit wir mal wieder aus dem Keller auftauchen" schenkte sie den "Männern" eine Gartenbahnanlage, bei der sie die Landschaftsgestaltung übernimmt. Für Rezek eine reizvolle Ergänzung zur Keller-Anlage. Aber kein Ersatz.
Selbst ein dreijähriger beruflicher Ausflug des Siemensianers nach Mexiko konnte ihn nicht bremsen. "Natürlich habe ich dort auch alle Eisenbahnmuseen und Bahnlinien erkundet - soweit dies möglich war": Eindrücke, die durchaus in sein nächstes Projekt einfließen könnten. Ende des Jahres will er's anpacken - eine ganz neue Anlage, nachdem durch eine moderne Heizung zusätzlicher Platz frei geworden ist. Zuvor aber musste die alte Anlage weichen. Ein Totalabbruch. "Mich hätt's fast zerrissen", gesteht der 48-Jährige. Der Schmerz ist der Vorfreude auf den Neubau gewichen. Der wird noch größer, die Herausforderung bleibt: Rezek reizt die naturgetreue Nachbildung von Landschaft, Bauwerken und Szenen aus dem Leben.
Erstaunliche Beispiele dafür finden sich auf der vereinseigenen
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| So ist das Leben: Auf dem Modellbahnfriedhof findet eine Beerdigung statt und die kleinen Grablichter flackern. |
Bemooste Kunstberge
"Eine Frage von Versuch und Irrtum", weiß er aus eigener Erfahrung - die ihn lehrte, dass eine "Gesteinsmischung" aus Gips und Fertigputz nicht funktioniert, weil beides
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| Achtung, genau hinschauen, in der Stadt im H0-Format tobt das ganz normale Leben, nur eben im Kleinen. |
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