Amberg-Sulzbach
Schrauben für Platz 40
Armin Franz und Team "Fährd" starten bei den 24 Stunden von Speinshart
Amberg-Sulzbach. "Die Schraube muss da unbedingt drin bleiben." Relativ schnell ist klar, wer im Hobbykeller von Armin Franz das Sagen hat. Es ist nicht der 37-jährige Hausherr, sondern ein sehr guter Freund. Henrik Haupt arbeitet in Nürnberg als Schlosser beim Maschinenbauer MAN und hat eine echte Herausforderung vor sich: Er muss aus fünf ausrangierten Mofas eines machen, damit die Mannschaft von "Fährd" beim 24-Stunden-Rennen in Speinshart starten kann.
"Das wird brutal"
"Das wird brutal. Nach dem letzten Rennen war ich eine ganze Woche lang krank", sagt der Polizist, der vor vier Jahren in einem anderen Team erste Speinshart-Erfahrungen gesammelt hat. Der Rosenberger weiß, was auf ihn zukommt - der ein Kilometer lange Rundkurs, der auf einem Naturboden Sprunghügel, Schlammlöcher und mehrere Schikanen bereit hält. Doch Franz ist nicht allein: Mit ihm begeben sich auch Henrik Haupt (46) und der erst 15 Jahre alte Sebastian Kagermeier auf die Strecke.
"Für einen allein wäre das nicht machbar, unmenschlich", sagt Armin Franz. Deswegen haben es die Organisatoren erlaubt, dass eine Mannschaft aus drei Fahrern bestehen darf - und die können sich die 24 Stunden so einteilen, wie sie möchten. Doch gerade dieses Wechselspiel ist es, das die Aufgabe von Henrik Haupt nicht leichter macht. Er muss die Maschine so bauen, dass er ebenso bequem auf ihr sitzen kann wie der rund 18 Zentimeter größere Armin Franz.
"Drei Fahrer, drei Körpergrößen - da brauche ich natürlich ein verstellbares Fahrwerk", weiß Henrik Haupt, der es tatsächlich geschafft hat, drei verschiedene Sitzpositionen vorzusehen, die mit einem Handgriff einzustellen sind: "Da kommt jetzt jeder klar." Der Schlosser hat wenige Tage vor dem Start auch aus einem anderen Grund seine ersten Lorbeeren bereits verdient.
Aus fünf alten Mofas, die teilweise schwere Unfallschäden aufwiesen, hat er eines gemacht. Die Grundausstattung stammt von einer Kawasaki Vollcross KX, Baujahr 1983. Der Auspuff zierte früher eine Honda und das Federbein gehörte einst zu einer KTM. Rund 250 Stunden hat der 46-Jährige investiert, um das 49 Kubikzentimeter starke Gefährt von "Fährd" renntauglich zu machen. Der Name der Mannschaft leitet sich übrigens nicht vom Fahren ab. "Wir satteln und reiten das Ding", verrät Achim Stemp (39), der die Hintergründe erklärt. Hinter "Fährd" verbirgt sich das Wort "Pferd".
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| Der Mann hat den kompletten Durchblick: Team-Kapitän Armin Franz legt beim Schrauben und Tüfteln an der Maschine selbst mit Hand an. |
"Die Zielflagge sehen"
Stemp wird selbst nicht am Rennen teilnehmen, hat aber als kreativer Kopf der Gruppe das Logo kreiert und die T-Shirts besorgt. Doch auch der 39-Jährige weiß: "Gemütlich wird's nicht." Und die Ausfallquote ist hoch. Von den fast 100 Teilnehmern überstehen in Speinshart im Schnitt nur etwa 60 bis 70 die 24 Stunden.
"Das Wichtigste ist, dass wir die Zielflagge sehen", sagt Chef-Mechaniker Henrik Haupt, der "schon zufrieden" wäre, wenn am Ende eine Platzierung zwischen Rang 40 und 50 in der Ergebnisliste stünde. Achim Stemp schraubt die Erwartungen zurück: "Das Hauptziel ist, dass wir komplett durchfahren."
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