Von Alexander Pausch |
27.07.2010
| Netzcode: 2426978 | 116 Mal gelesen.
Mintraching/Weiden
Katastrophale Lage in Afghanistan
Erös zeichnet düsteres Bild: Es geht von Monat zu Monat bergab - Von Reise zurück
Auch die jüngste Veröffentlichung von teils geheimen US-Dokumenten zum Krieg in Afghanistan liefert für Dr. Reinhard Erös kein vollständiges Bild der "katastrophalen Lage". Die Papiere würden nur die militärische Seite beleuchten, das Leiden der Zivilisten fehle. "Es geht von Monat zu Monat bergab", sagte der Arzt und Gründer der Kinderhilfe Afghanistan am Montag am Telefon zu unserer Zeitung.
Dass sich die Lage so verschlechtere, habe er sich "vor zwei Jahren auch nicht vorgestellt". Der 62-Jährige ist erst vor wenigen Tagen von einer Reise an den Hindukusch zurückgekehrt. "Das Ansehen der deutschen Politik und des deutschen Militärs bei den Paschtunen war noch nie so schlecht", berichtete Erös. "Gott sei Dank hat das keine Auswirkung auf unsere Arbeit." Die Afghanen wüssten, dass er dem internationalen Militäreinsatz kritisch gegenüberstehe. Gleichwohl werde es auch für die Kinderhilfe schwerer. So müssten zum Beispiel Bauarbeiter, wenn sie in anderen Provinzen arbeiten, Anschläge fürchten, erläuterte Erös. Erst wenn in der Region bekannt sei, wer die Kinderhilfe ist, könne ungefährdet gearbeitet werden.
Von Alexander Pausch |
27.07.2010
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Mintraching/Weiden
Katastrophale Lage in Afghanistan
Erös zeichnet düsteres Bild: Es geht von Monat zu Monat bergab - Von Reise zurück
Die ausländischen Soldaten würden "verheizt", beklagte Erös. Seit 2001 sind knapp 2000 ausländische Soldaten in Afghanistan getötet worden. Dramatisch höher ist der Blutzoll der Zivilisten, doch diese Toten zählt niemand. Wenn man den Maßstab zugrunde lege, der in modernen, asymmetrischen Kriegen gelte, wonach auf einen getöteten Soldaten rund 50 tote Zivilisten kommen, sagte Erlös, bedeute dies, dass in Afghanistan seit 2001 rund 100 000 Zivilisten getötet worden sein müssen.
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