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Von Alexander Pausch  |  21.07.2010  | Netzcode: 2418462  |  109 Mal gelesen.

Wehleidige Gesänge enttäuschter Unionsfürsten

Kommentar von Alexander Pausch

So richtig hat es nie jemand verstanden, warum die Junge Union einst auf die Idee kam, ausgerechnet mit dem Rolling-Stones-Klassiker "Angie" der Unionsfrontfrau Angela Merkel zu huldigen. Schließlich heißt es im 37 Jahre alten Schmachtfetzen: "Angie, du bist wunderbar, aber ist es nicht Zeit, auf Wiedersehen zu sagen?" Doch loswerden wollte der Politikernachwuchs die Vorsitzende auf gar keinen Fall. Im Gegenteil, die Union wollte nach der Bundestagswahl im September 2005 die Bundeskanzlerin stellen, was ihr auch gelang.

Inzwischen hat sich die Tonlage geändert. Reihenweise singen Unions-Ministerpräsidenten "Angie, du bist wunderbar, aber ist es nicht Zeit auf Wiedersehen zu sagen?" Die sich unverstanden fühlenden und enttäuschten Mittfünfziger sehen keine Chance mehr auf einen Aufstieg nach Berlin. "All die Träume, die wir festhielten scheinen sich in Luft auflöst zu haben", könnten sie ihre Gefühlslage in Anlehnung an die Rolling Stones hinausschreien.

Die nachrückenden Unions-Länderfürsten gehören einer anderen Generation als Angela Merkel an. Jünger als sie, haben diese eine andere Karriereplanung. Und am Ende könnte deren Loyalität mehr der eigenen Zukunft und weniger der Unionsfrontfrau gehören. Dann heißt es tatsächlich: Angie, es ist Zeit, auf Wiedersehen zu sagen.


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