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Glosse
Nach mir der
Kirwabaum
Am Anfang schufen die Burschen ein Loch. Aber dort, auf dem Raigeringer Festplatz, war alles dunkel und leer. Noch tanzten keine Menschen um den Kirwabaum. Doch der Brauereichef erschien und sagte: "Das alte Eternit muss endlich weg." Und es war weg. Am nächsten Tag sprach der Grundstücksbesitzer zu sich selbst: "Über die Platten soll sich Erde häufen und darüber Gras wachsen." So weit kam es aber nicht - Gott sei Dank.
Am siebten Tag nach der illegalen Entsorgung ruhte nämlich keiner. Ein allwissender Zeuge wandte sich an die Stadt Amberg, die ihrerseits nicht schlief und die Polizei einweihte. Der Schöpfer der Idee, das asbestverseuchte Material bis zum Ende aller Tage im Erdreich verschwinden zu lassen, staunte gewaltig, als ihm - immer noch vom Teufel geritten - gesagt wurde, dass ihm nun zwar nicht das jüngste Gericht droht, dafür aber ein Strafbefehl oder Bußgeldbescheid des Staatsanwalts.
Erst ab diesem Zeitpunkt hatte der Mann verinnerlicht, dass er ein Sünder ist, der im christlichen Raigering die erboste Meute gegen sich aufgebracht hatte. Doch von seiner Verfehlung gezeichnet, hat der Geläuterte nun begriffen, dass sein Credo "Nach mir der Kirwabaum" sintflutartig weggespült werden musste.
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