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15.06.2010
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Münchsgrün
Festbankett für Heusterz-Mücken
Viele Gäste bei Enthüllung der Infotafel - Kiesgrube gehört zu bedeutendsten Geotopen Bayerns
Münchsgrün. (tr) Während Landrat Wolfgang Lippert reichlich Mückenschutz nimmt und damit die ungeschützten Hautstellen einbalsamiert und die anderen Ehrengäste versuchen, die kleinen Quälgeister mit der Hand oder zweckentfremdeten Flyern fern zu halten, beweist Umweltstaatssekretärin Melanie Huml echte Coolness. "Mich stechen die Mücken nicht", sagt sie und lässt sich während der zwei Stunden in der Heusterz in keinster Weise von den winzigen Plagegeistern beeindrucken.
Für die Kriebelmücken, die vom Boden der Kiesgrube im Heusterzbühl aufsteigen, wird dieser Nachmittag zum Bankett. 30 Vertreter aus Politik, Naturschutz, Forst, Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt und Landesamt für Umwelt, die während des offiziellen Festaktes mehr oder weniger still herumstehen und sich nicht wehren können - das bekommen sie nicht alle Tage.
Angereist war Melanie Huml am Montag, um das Gütesiegel für das 91. Geotop an die Paten zu überreichen und die entsprechende Schautafel zu enthüllen. Seit Montag wird der Heusterzbühl, eine Kiesgrube südlich von Münchsgrün, in der Bestenliste der 100 schönsten und wichtigsten Geotope Bayerns geführt.
Für die Bayerischen Staatsforsten nahm Betriebsleiter Gerhard Schneider, für den Geopark Bayern-Böhmen, Dr. Andreas Peterek die Urkunde entgegen. Zusammen mit der Staatssekretärin, MdL Tobias Reiß, Landrat Wolfgang Lippert und den Bürgermeistern Roland Grillmeier und Gottfried Staufer enthüllten sie die Schautafel, auf der die geologischen Besonderheiten der Kiesgrube dokumentiert sind. "Geotope wie der Heusterzbühl sind einmalige Zeugnisse der Erdgeschichte. Sie zeigen, wie unsere Erde entstanden ist", so Huml.
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Viele Gäste bei Enthüllung der Infotafel - Kiesgrube gehört zu bedeutendsten Geotopen Bayerns
Die markanten Bodenbildungen seien aufgrund ihrer unterschiedlichen Färbung gut zu erkennen. Unter dunkelbraunem Humus befände sich eine hellgraue Zone, gefolgt von einer rötlichen bis schwarzbraunen Schicht. Derartige Böden werden "Podsol", Ascheböden oder Bleicherde genannt. Entstanden sind sie hier aus über 2,6 Millionen Jahre alten Flussablagerungen, die seitdem der Witterung ausgesetzt sind.
"Geotope zu erhalten heißt, die Geschichte unserer Heimat zu erhalten", sagte die Staatssekretärin. Nur wenige Orte auf der Erde - die Geotope - ermöglichten es, das Wissen über die Entstehung unseres Planeten zu erweitern. Deshalb erstelle der Geologische Dienst im Landesamt für Umwelt seit 1985 das Geotopkataster Bayern, das bereits rund 3100 geologische Besonderheiten erfasse.
Ziel des Gütesiegels ist laut Huml, landesweit auf die 100 eindrucksvollsten geologischen Schätze mit Infotafeln, Wegweisern und Faltblättern aufmerksam zu machen. "Geotope vereinen Naturschutz und Tourismus zu beiderseitigem Nutzen. Die Kommune erhält eine touristische Attraktion, das Geotop wird über freiwillige Patenschaften erhalten und gepflegt."
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Viele Gäste bei Enthüllung der Infotafel - Kiesgrube gehört zu bedeutendsten Geotopen Bayerns
Seit 2002 hat das Umweltministerium 91 Stellen mit dem Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" prämiert, davon 13 in der Oberpfalz - drei im Stiftland, davon zwei im Bereich des Forstbetriebs Waldsassen. Landrat Wolfgang Lippert freute sich über die Standortwahl. Hier zeugten hervorragend erhaltene Bodenbildungen von Ablagerungen großer Flüsse, die einst im Mitterteicher Becken flossen.
Das Geotop Heusterzbühl soll in den Wanderkarten und im Radwegenetz des Landkreises verzeichnet werden. Der Landrat wünschte sich, dass auch die Gästeführer das neue Geotop in ihr Programm aufnehmen. Er wertete die Auszeichnung als weiteren Mosaikstein, der die Attraktivität der Region erhöhe und den Tourismus ein wenig nach vorne bringe.
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