Von Josef Maier |
25.05.2010
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Madrid/Nabburg
Der Pott bleibt bei den Bayern
Mehr als tausend Fans aus der Oberpfalz in Madrid: Nabburger mit eigenem Flieger beim Finale
Madrid/Nabburg. Wo ist das Ding? Da ist das Ding - auf jeden Fall nicht. Nicht im Bus auf der Rückfahrt, sondern irgendwo im Müll in der Südkurve des Estadio Bernabeu. "Ich hab' den Pokal auf der Tribüne gelassen", krächzte Tom Hauer mit leicht lagener Stimme. "Ein Griff war ja fast schon ab."
Ein Zeichen setzen in Madrid: Die Anhänger des Nabburger Fanclubs machten sich nicht nur durch laute Anfeuerung der Bayern beim Champions-League-Finale bemerkbar, sondern auch für alle sichtbar. Auch Fans aus Floß, Wildenau und anderen Oberpfälzer Orten waren im Estadio Bernabeu. Bild: hfz
Das Original des Silberpotts nahmen die Kicker von Inter Mailand mit nach Hause, der 21-Jährige aus Tännesberg (Landkreis Neustadt/WN) hatte sich seinen Champions-League-Pokal selbst gebastelt. "In drei Stunden", erzählt der Informatiker auf dem Weg zum Stadion. 1,15 Meter groß ist der Pott - aus Alufolie und grober Pappe. Das Imitat war schon oft auf Reisen. "Den hatte ich auch schon in Manchester dabei." Und jetzt das Ende in Madrid. Der Frust nach dem 0:2 der Münchner Bayern gegen Inter Mailand war dann doch groß.
Flieger für 90 000 Euro
Tom war einer von gut 200 Teilnehmern der Champions-League-Reise des Bayern-Fanclubs Nabburg/Oberpfalz zum Finale nach Madrid. Am Freitagabend startete der für 90 000 Euro gecharterte Flieger von Nürnberg in die spanische Hauptstadt. Am Montagmorgen kehrten die Fans heim. Ohne Pott, aber gut gelaunt. Es gab ja auch genug Ablenkung vom Finalfrust. Die Nabburger um Fanclub-Chef Bernd Hofmann kombinieren immer Kicken und Kultur.
Von Josef Maier |
25.05.2010
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Madrid/Nabburg
Der Pott bleibt bei den Bayern
Mehr als tausend Fans aus der Oberpfalz in Madrid: Nabburger mit eigenem Flieger beim Finale
Die Truppe, die sich aus Anhängern von Stadlern, über Altendorf, Schwarzenfeld, Tirschenreuth, Amberg und vielen Orten mehr sowie aus einigen Gästen außerhalb der Oberpfalz zusammensetzte, übernachtete in Toledo. Das Städtchen 70 Kilometer südlich von Madrid gilt als heimliche Hauptstadt Spaniens.
Aber freilich stand das Finale im Mittelpunkt. Und da war die Zuversicht vorher groß. Tom schwenkte den Pokal, und Manfred Bollwein war sich sicher: "Robben macht in der 112. Minute das entscheidende Tor." Also tippte der Schmidgadener ein 2:1 nach Verlängerung. Das Spiel dauerte dann nur 90 Minuten und Manfred gab ehrlich zu: "Inters Sieg ist verdient." Und schob augenzwinkernd nach: "Da braucht man keine Vereinsbrille aufsetzen." Die ließ auch Karl Kohl aus Engelsdorf (Kreis Amberg-Sulzbach) stecken: "Das kann man so stehen lassen."
20 500 Tickets hatte der FC Bayern für seine Fans für das Finale bekommen. Mehr als tausend Anhänger dürften sich aus der Oberpfalz auf den Weg gemacht haben. "Es ist schon der Wahnsinn, was die Leute für 90 Minuten auf sich nehmen", sinnierte Werner Simmerl, ein Münchner, der auch oft mit den Nabburgern unterwegs ist.
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Der Pott bleibt bei den Bayern
Mehr als tausend Fans aus der Oberpfalz in Madrid: Nabburger mit eigenem Flieger beim Finale
Aus Floß und Wildenau
Die meisten reisten per Flugzeug an, andere starteten mit dem Kleinbus ihre Tour durch halb Europa. "Von uns sind einige gefahren", sagte Marcus Fritsch, Chef des Fanclubs aus Wildenau (Landkreis Tirschenreuth), während er vor dem Stadion einen Burger verdrückte. Er selbst kam mit dem Flieger am Samstag, nach dem Abpfiff ging es wieder zum Flughafen - und zurück in die Oberpfalz. Auch Vorsitzender Gerhard Stadler vom großen Flosser Fanclub reiste mit einigen Mitgliedern am Finaltag an und flugs zurück. Ebenso waren Neustädter und Parksteiner in Madrid sowie auch einige "Kaisertreue" aus Vilseck und Umgebung.
Die Nabburger hatten derweil auch eine Stadtrundfahrt organisiert, auf der Fremdenführer Hernan Amaya feierlich versprach: "80 Prozent der Madrilenen stehen heute hinter euch." Das hatte nichts genutzt, aber Fanclub-Chef Hofmann hatte schnell Trost parat: "Was unsere Bayern in dieser Saison geleistet haben, war doch toll." Auch die Taschendiebe leisteten viel. Einem Amberger klauten sie kurz vor Anpfiff das Ticket und 450 Euro aus der Hosentasche. Gut, dass er zweigleisig fuhr, und in der anderen Tasche noch 500 Euro einstecken hatte. Davon musste er aber 300 Euro für ein neues Ticket auf dem Schwarzmarkt abzweigen.
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Madrid/Nabburg
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Mehr als tausend Fans aus der Oberpfalz in Madrid: Nabburger mit eigenem Flieger beim Finale
Nicht mehr traurig
Er sah das Finale dann aber genauso wie der kleine David Thumann. Der Zehnjährige aus Neumarkt war mit Vater und Bruder im Nabburger Tross dabei: "Nein, ich bin nicht mehr traurig", sagte der Blondschopf am Tag nach der Bayern-Pleite. Mit Zahlen scheint sich der Kleine richtig auszukennen. Er hatte gehört, dass die Bayern in der Champions-League-Saison 60 Millionen Euro verdient haben. "Immerhin haben wir das ganze Geld", meinte er grinsend. Was ist dagegen schon der Silberpott. Tom Hauer hat sein Imitat auf dem Heimweg doch noch einmal gesehen: "Den hat tatsächlich ein Bayern-Fan mitgenommen." Da haben sich die drei Stunden Arbeit ja gelohnt.
Die vor eineinhalb Wochen wegen gravierender Hygienemängel geschlossene Großbäckerei Müller-Brot ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren 21 Mal von der Lebensmittelüberwachung kontrolliert worden.
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