Von Marielouise Scharf |
15.05.2010
| Netzcode: 2323272 | 320 Mal gelesen.
Sulzbach-Rosenberg
Ein "Kraft-Werk(s)-Sommernachtstraum"
Oberon und Overall bei der "Rampenfieber"-Theaterpremiere in der alten Maxhütte
Oberon und Overall - der "Kraft-Werk(s)-Sommernachtstraum" von Winfried Steinl und der Gruppe Rampenfieber machte es möglich. Am Donnerstag herrschte wieder Getümmel im Kraftwerk der stillgelegten Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg.
Wehmütige Erinnerung
So lange ist es ja noch gar nicht her, dass hier immer heiße Temperaturen herrschten, erinnert sich Wolfgang Sander. Er hatte damals, als der Hochofen noch loderte, und jede Menge heißer Dampf durch die Röhren strömte, einen Film gedreht. Er war aus eigenem Antrieb entstanden, aus Respekt vor der Leistung der Menschen, um die Bedeutung der Maxhütte nicht vergessen zu lassen.
Dieser Streifen wurde im Vorraum zum Theaterstück gezeigt. Ein Dokument, das manchem Besucher wehmütige Erinnerungen bescherte. Sicherlich auch Bürgermeister Gerd Geismann und seiner Gattin Christl Pelikan-Geismann. Die beiden hatten sich in winterliche Mäntel gehüllt, wohl ahnend, dass von der tropischen Wärme im Werk von einst heute nichts mehr zu spüren ist. Draußen Regen, drinnen Kühle. Am Werkstor ein Bus, der das Publikum zum Spielort chauffierte. Schon bei der Fahrt die Einstimmung auf einen außergewöhnlichen Theaterabend der Extraklasse.
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Sulzbach-Rosenberg
Ein "Kraft-Werk(s)-Sommernachtstraum"
Oberon und Overall bei der "Rampenfieber"-Theaterpremiere in der alten Maxhütte
Neben dem Eingang das Feuerwehrauto: Die Jungen Männer in ihren schwarzen Jacken mit Leuchtstreifen waren überall präsent, aber absolut nicht störend. Ganz im Gegenteil, sie sorgten ja für die nötige Sicherheit. Bei den schmalen Treppenaufgängen, dem Gewirr aus Röhren, Ventilen und Behältern, Treppen und Plateaus hatten sie eine ganz schön verantwortungsvolle Aufgabe.
Reibungslos organisiert
Auf allen strategisch wichtigen Kreuzungs- und Knotenpunkten postierten sich Werksfaune und Elfen. Mit farbigen Schildchen wiesen sie den Weg hinauf, hinab, hinüber. Auch diese Volksbewegungen liefen wie am Schnürchen. Verköstigung und flüssige Labsal gab's ebenfalls genügend. Allerdings "keinen Knoblauch und keine Zwiebeln!"
Aber das war ja auch Zettels Bedingung für die Schauspielerinnen, und das gehört auf ein anderes Blatt. Nämlich zum eigentlichen Maxhütten-Shakespeare-Spiel. Das wiederum begeisterte von A bis Z. Da musste man die Pointen nicht mit der Taschenlampe suchen, da tauchten Köpfe und Kavaliere aus dem Untergrund auf, da lieferte man sich Balzkämpfe im Zeitlupentempo und verirrte sich im MH-Zauberwald. Es verbanden sich ein maskuliner Esel mit femininer Eleganz und das "Chanson D'Amour" mit dem "Rosenberger Tanz".
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Sulzbach-Rosenberg
Ein "Kraft-Werk(s)-Sommernachtstraum"
Oberon und Overall bei der "Rampenfieber"-Theaterpremiere in der alten Maxhütte
Eine Top-Leistung
Zum Abschied hätte man am liebsten allen die Hände geschüttelt, den fantasievoll geschminkten, überaus engagierten und schon professionell agierenden Schauspielern, den fantastischen, einfühlsamen Musikern, den vielen Helfern vor und hinter den Röhren und Maschinen und vor allem dem Regisseur Winfried Steinl, der künstlerisch wie auch organisatorisch eine Topleistung ablieferte. Das war wirklich ein toller Abend! Lange hallte warmer Applaus durchs kalte Werk. (Mehr zur Aufführung auf der Kulturseite 39).
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