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Von Jürgen Umlauft  |  23.03.2010  | Netzcode: 2249394  |  117 Mal gelesen.

Ein bisschen mehr Demut

Kommentar von Jürgen Umlauft

Die Bilanzen der bayerischen Sparkassen sehen rosig aus, die des Freistaats Bayern dagegen weniger. Zwischen beiden besteht ein Zusammenhang, das Bindeglied ist die Landesbank. Um sie vor dem Ruin zu bewahren, pumpten Bayerns Steuerzahler vor zwei Jahren zehn Milliarden Euro in das Institut, die hälftig an der BayernLB beteiligten Sparkassen dagegen keinen Cent. Diese Entscheidung der Staatsregierung war damals richtig, weil viele Sparkassen unter der Wucht dieser Belastung zusammengebrochen wären. Mit seinem massiven Einsteigen hat der Freistaat nicht nur seine Landesbank, sondern auch viele Sparkassen gerettet.

Vor diesem Hintergrund mutet es schon seltsam an, wie aufreizend teilnahmslos der amtierende Sparkassen-Präsident Rudolf Faltermeier heute diesen Vorgang bewertet und mit breiter Brust die soliden Zahlen seiner Sparkassen würdigt. Man habe halt als Teilhaber eine Kapitalerhöhung nicht mitgemacht, erklärt er lapidar. Das sei in der Börsenwelt durchaus üblich. Nun ist die Landesbank aber weder aktiennotiert, noch sind die Sparkassen irgendein Investor. Sie, insbesondere ihre Vertreter im Verwaltungsrat, tragen eine gehörige Mitschuld am Siechtum der Landesbank. Sie stimmten dem Investment in faule US-Wertpapiere zu wie auch dem Engagement bei der Kärntner HGAA.

Da klingt es aus Faltermeiers Munde schon fast dreist, wenn er eine Beteiligung der Sparkassen an der von der Bundesregierung nach dem Verursacherprinzip geplanten Bankenabgabe zur Bewältigung der Krise kategorisch ablehnt. Ein bisschen mehr Demut wünschte sich zuletzt Genossenschaftskollege Stephan Götzl von den Sparkassenbossen. Der Oberpfälzer hat recht!


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