Von Alexander Pausch |
16.03.2010
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Berlin/Weiden
Wikinger-Nachfahren wollen nach Europa
Europaausschuss des Bundestags sondiert Beitritt des Inselstaates zur Union - Isländer über Briten verärgert
Mit seinem Beitrittsgesuch zur Europäischen Union stößt Island quer durch alle Fraktionen im Bundestag auf offene Ohren. Der Weidener SPD-Bundestagsabgeordnete Werner Schieder, der vergangene Woche als Teil einer siebenköpfigen Bundestagsdelegation die isländische Hauptstadt Reykjavik besucht hatte, erwartet, dass die Beitrittsverhandlungen mit dem kleinen Inselstaat im Nordatlantik binnen drei Jahren abgeschlossen werden. Am Ende des Prozesses dürfte eine Volksabstimmung in Island stehen.
Allerdings ist die Unterstützung in der isländischen Bevölkerung für einen EU-Beitritt ihres Landes deutlich gesunken. Jüngsten Umfragen zufolge befürworten nur noch 33 Prozent diesen Schritt. Dagegen wünschen sich immer mehr Isländer die Einführung des Euros als Währung, berichtete Schieder am Montag unserer Zeitung aus den politischen Gesprächen. Für ihn ist dies Ausdruck der jüngsten Verwerfungen infolge der internationalen Finanzmarktkrise.
Doch auf die Gemeinschaftswährung werden die 320 000 Isländer noch etliche Jahre warten müssen. Einen Aufnahmeantrag für die Währungsunion kann Island, dessen Wirtschaft im Jahr 2009 um 6,5 Prozent geschrumpft ist, erst stellen, wenn es EU-Mitglied geworden ist. Island, das lange Zeit wohlhabend war, und nur Vollbeschäftigung kannte, leidet mittlerweile unter einer Arbeitslosigkeit von rund neun Prozent, berichtet Schieder.
Von Alexander Pausch |
16.03.2010
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Berlin/Weiden
Wikinger-Nachfahren wollen nach Europa
Europaausschuss des Bundestags sondiert Beitritt des Inselstaates zur Union - Isländer über Briten verärgert
Die sieben Mitglieder des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union sprachen am vergangenen Donnerstag und Freitag in Reykjavik mit allen wichtigen isländischen Regierungsvertretern - allen voran mit Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurðardóttir, aber auch mit Außenminister Össur Skarphéðinsson und mit Finanzminister Steingrímur J. Sigfússon, mit Wirtschaftsminister Gylfi Magnússon sowie mit Fischerei- und Landwirtschaftsminister Jón Bjarnason.
Die Isländer fühlen sich von der Europäischen Union etwas allein gelassen, berichtete Schieder. Dabei betrachte das Land "Deutschland als den großen Onkel". Von Großbritannien fühle sich das Land dagegen regelrecht gemobbt, seit die Bevölkerung Anfang März in einem Referendum gegen die Entschädigung für Großbritannien und die Niederlande wegen der Icesave-Pleite stimmte. Island verweise darauf, dass die Verantwortung bei allen Beteiligten liege. Die isländischen Bankentöchter in den beiden Ländern seien unter der örtlichen Bankenaufsicht gestanden, und diese hätten auch nichts bemerkt.
Von Alexander Pausch |
16.03.2010
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Berlin/Weiden
Wikinger-Nachfahren wollen nach Europa
Europaausschuss des Bundestags sondiert Beitritt des Inselstaates zur Union - Isländer über Briten verärgert
Nachhaltige Fischereipolitik
Doch trotz aller Probleme, habe Island einiges für die Europäische Union zu bieten, ist Schieder überzeugt. Wegen seiner modernen Umweltpolitik sei es weltweit an Platz eins, ebenso bei der Gleichberechtigung. Die Frauenerwerbsquote liege bei 80 Prozent. Zudem gebe es kein Land auf der Erde, das eine so nachhaltige Fischereipolitik betreibe. Ein Institut setze die jährlichen Fangquoten fest.
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