Zur Mehrheitsentscheidung des Waldsassener Stadtrats für den geplanten Windpark im Pfuderforst:
Die Entscheidung des Stadtrats für den Bau der geplanten Windkraftanlagen am Pfuderforst hat mich als Gegner sehr überrascht. Grundsätzlich bedeutet das aber nicht, dass jeder, der gegen diese Anlagen an bestimmten Standorten eine ablehnende Haltung einnimmt, von vorn herein Windkraftanlagen generell in Frage stellt. Durch einen Energiemix aus regenerativen Energien werden wir in den kommenden Jahren unsere Vorgaben der Energiepolitik unter der Prämisse einer ausgewogenen Standortanalyse Rechnung tragen müssen.
Betrachtet man realistisch die Entwicklung in unserer Region, so haben wir jährlich sehr große Abwanderungsverluste junger Menschen, Industrie siedelt sich kaum an, Arbeitsplätze werden kaum geschaffen, Entwicklungspotenziale um das Sibyllenbad werden kaum unterstützt und Behördenverlagerungen werden immer wieder verzögert. Dazu kommen noch die regionalen Auswirkungen der globalen Finanzkrise. Zu diesen aufgeführten Landkreis- und Gemeindethemen konnte man bisher von sehr wenigen oder gar keinen Stadträten oder auch Kreisräten etwas über ihr Engagement erfahren, wie sie diesen strukturellen Entwicklungen zum Gemeinwohl ihrer Wahlbevölkerung entschlossen entgegenwirken wollen.
12.03.2010
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Briefe an die Redaktion
Und nun soll so schnell wie möglich auf den Zug zur Errichtung von Windkraftanlagen im Raum Waldsassen aufgesprungen werden. Auf den östlichen Höhenrücken von Waldsassen sollen ein Windpark im Pfuderforst der Bayerischen Staatsforsten (wo einst Auerwild vorhanden war) und private Anlagen nahe Neualbenreuth errichtet werden.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen als Besucher unserer Kulturlandschaft auf dem Dietzenberg bei der Kappl oder bei der Wallfahrtskirche Maria Loreto in Böhmen oder am Grenzlandturm in Neualbenreuth und lassen ihren Blick in die Ferne schweifen. Sie sehen in den Kaiserwald oder zum Tillenberg, in den Steinwald oder in das Fichtelgebirge und Sie werden dabei eine landschaftliche Idylle und Ruhe über der Weite unserer Kulturlandschaft erfahren können. Falls diese Windkraftanlagen einmal am geplanten Standort entstehen würden, hätte man diese "Horizontverschmutzer" immer im Anblick, sogar bei jeglicher Einfahrt in die Klosterstadt Waldsassen - und in der Nacht zusätzlich mit Beleuchtung.
12.03.2010
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Briefe an die Redaktion
Sollten wir nicht stolz sein auf unsere intakte hügelige Waldlandschaft im Stiftland? Als Goethe am Rehberg bei Neualbenreuth einst verweilte, bewunderte er als Naturkundler unsere Gegend sehr. Gerade wenn unsere Gemeinden auf Tourismusmessen jedes Jahr bemüht sind, für den Fremdenverkehr und das Sibyllenbad zu werben und weiter auszubauen, sind diese Windkraftanlagen für den Tourismus und die Landkreisentwicklung kontraproduktiv. Und bisher galt der Fremdenverkehr noch als eine tragende Säule unserer einheimischen Wirtschaft. Wollen wir diese Entwicklung selbst zunichte machen?
Tatsache ist, dass Windparks eine optische und akustische Unruhe mit sich bringen, sie passen nicht in jedes Landschaftsbild. Deshalb ist eine sensible Standortplanung von Windkraftanlagen von großer Bedeutung auch im Sinne der Landkreisentwicklung.
Haben wir als Bewohner unserer Heimat nicht auch eine gewisse ethische Verantwortung gegenüber unserer Waldhügellandschaft für zukünftige Generationen, um diese nicht übereilt für Silberlinge "zu verkaufen" und zu verschandeln?
12.03.2010
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Briefe an die Redaktion
Arbeitsplätze werden mit den Windkraftanlagen in unserer Region wohl kaum entstehen. Die großen Profiteure dieser Anlagen sind die Investoren und Betreiber. Und diese werden ihren Gewinn nicht in unserer Region investieren.
Horizontverschmutzung im Stiftland - der Preis für den Gewinn der Windkraftanlagenbetreiber.
Ein Dankeschön für die Befürworter im Waldsassener Stadtrat.
Thomas LanzDipl.-Geograph (Univ.)Waldsassen
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