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Von Fritz Fürk  |  11.03.2010  | Netzcode: 2233247  |  295 Mal gelesen.
Kirchenthumbach

Anwalt der kleinen Betriebe

Protest gegen Rückzug der Bahn: interessantes Kapitel in der Chronik des Gewerbevereins

Kirchenthumbach. Der Gewerbeverein, der am Freitag sein 60. Gründungsjubiläum feiert, erwies sich schon früh als hartnäckiger Anwalt für die Interessen seiner Mitglieder. Ein Schlaglicht darauf wirft eine Protestaktion Anfang des Jahres 1965. Damals kündigte die Deutsche Bundesbahn an, sie werde die Güterabfertigung in Kirchenthumbach einstellen und Eschenbach zuteilen.

In Kirchenthumbach reagierten viele empört. Im Auftrage des Gewerbevereins verfasste Vorsitzender Hans Lohner einen geharnischten Protestbrief an die Bahn, das Landratsamt Eschenbach und an die Marktgemeinde.

Unter anderem hieß es darin: "In Kirchenthumbach sind eine Reihe von kleinen und Kleinstgewerbetreibenden, die auf den Betrieb der Bundesbahn angewiesen sind. Dass der Frachtgüterverkehr im Laufe der letzten Zeit zurückgegangen ist, lässt sich zwar nicht leugnen, doch darin einen Grund zu sehen, den Stückgutverkehr aufzuheben, ist damit nicht begründet. Ist es doch ein Zeichen, dass das sogenannte Wirtschaftswunder in unserer Gemeinde und Gegend noch nicht durchgedrungen ist und wir einen Anschluss zu besser entwickelten Gebieten dringend brauchen.

Bahn ist selbst mit schuld



Hat nicht die Bundesbahn selbst einen Teil Schuld daran, dass der Umsatz zurückgegangen ist? Gibt sie nicht nach hier adressierte Frachtgüter Speditionsfirmen zur Beförderung? (...) Durch den Ausbau des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr im Jahre 1937/38 ist ein Großteil unseres Interessengebietes entvölkert und wir sind dadurch im Innern des Landes ein Grenzgebiet geworden, ohne aber bis jetzt als solches anerkannt zu werden und in den Nutzen dieser Gebiete an der Grenze und Zone zu gelangen. Heute will man uns noch den Frachtgutverkehr nehmen, dann sind wir doch da, wo sich gewöhnlich Hasen und Füchse gute Nacht sagen." (...)

Abschließend stellte der Gewerbevereinsvorsitzende fest: "Ich glaube, es ist nicht zu viel verlangt, wenn wir fordern, dass die bisherige Aufrechterhaltung des Güterverkehrs in Kirchenthumbach weiterhin genehmigt wird, um in uns nicht den Eindruck wach werden zu lassen, dass wir Bürger zweiter Klasse sind, mit denen man machen kann, was man will."


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