Von Thomas Kosarew |
05.03.2010
| Netzcode: 2226051 | 51 Mal gelesen.
Port-au-Prince
Lichtblicke inmitten von Not und Tod
Cornelia Braun hilft in Haiti Erdbebenopfern - Krankenschwester versorgt einen Monat lang pro Tag bis zu 300 Patienten
Port-au-Prince. Sie hat die Not gesehen. Und den Tod. Mehr als nur einmal. Täglich war Cornelia Braun mit den schrecklichen Bildern konfrontiert, die andere nur aus dem Fernseher kennen. Ihr strahlendes Lächeln hat die 32-Jährige dennoch nicht verloren. "Man kann in der kurzen Zeit so viel Positives bewegen", sagt die Krankenschwester, die vier Wochen lang Erdbebenopfer im Karibikstaat Haiti versorgte.
Als das Deutsche Rote Kreuz und damit auch die Schwesternschaft Wallmenich-Haus am 15. Januar drei Tage nach der Katastrophe begannen, in Carrefour ein Hospital und in der Hauptstadt Port-au-Prince eine Gesundheitsstation aufzubauen, war die Frau aus Altendorf bei Nabburg an vorderster Front im Einsatz. "Einen normalen Durchschnittstag gab es nicht", erzählt Cornelia Braun, die sich im Klinikum St. Marien ausbilden ließ und seither der Amberger Wallmenich-Schwesternschaft angehört, nach ihrer Rückkehr unserer Zeitung. Schon bei ihrer Ankunft in Haiti musste sie mit ihren Kollegen aus China, Hongkong, Kanada, Finnland, Belgien und Dänemark Prioritäten setzen: "Die Güter auspacken und von A nach B bringen. Das war die erste Herausforderung."
Auch Schussverletzungen
Doch das war gar nicht so einfach, denn: "Die ganze Stadt lag in Schutt und Asche. Die ersten Patienten waren schon da, bevor wir aufgebaut haben." Zwischen 250 und 300 Personen waren ab dem ersten Tag zu behandeln. Mit dem Ergebnis, dass Gesundheitsstation und Krankenhaus erst nach rund einer Woche komplett fertiggestellt waren. Der Zustand der Patienten war ein katastrophaler. "Ganz viele Knochenbrüche, die schon älter waren, mussten versorgt werden", sagt Cornelia Braun, die sich auch um offene, infizierte Wunden und Schussverletzungen kümmern musste, die Plünderern bei ihren Streifzügen durch die zerstörten Straßen zugefügt wurden.
Von Thomas Kosarew |
05.03.2010
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Port-au-Prince
Lichtblicke inmitten von Not und Tod
Cornelia Braun hilft in Haiti Erdbebenopfern - Krankenschwester versorgt einen Monat lang pro Tag bis zu 300 Patienten
Viel Zeit, über diese menschlichen Geschichten, die sich hinter dem medizinisch Notwendigen verbargen, nachzudenken, hatte die Altendorferin nicht: "Man muss schon einen kühlen Kopf bewahren. Wir bringen unsere Professionalität ins Land." Doch die Bilder, die sie in Haiti gesehen hat, musste auch die 32-Jährige erst einmal verarbeiten. Cornelia Braun erzählt die Geschichte einer einheimischen Krankenschwester, die nach getaner Arbeit in einem alten Auto schlief, weil ihre eigenen vier Wände nur noch Trümmer waren: "Sie hilft erst bis zur Erschöpfung ihren Landsleuten und geht dann nach Hause und dort ist nichts. Das ist mir schon sehr unter die Haut gegangen."
Abschied von Waisenkind
Genauso wie die Geschichte der elfjährigen Ronalda. Das Mädchen kam mit seiner Großmutter zu Cornelia Braun und den Ärzten. Alle anderen Familienmitglieder waren tot oder wurden vermisst. Als das Leben von Ronaldas Oma nicht mehr zu retten war, wurde die Schülerin vor den Augen ihrer Helfer zur Vollwaise. "Das ging mir schon sehr nahe", gibt die Rotkreuz-Schwester zu, die das Mädchen mit ihren internationalen Kollegen über die Unicef an ein Heim vermittelte. "Der Abschied fiel uns allen natürlich schwer. Aber man darf den Einzelfall nicht zu sehr an sich ran lassen. Auch wenn's schwer fällt. Aber man dreht sich um, und da steht schon der nächste Patient."
Von Thomas Kosarew |
05.03.2010
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Port-au-Prince
Lichtblicke inmitten von Not und Tod
Cornelia Braun hilft in Haiti Erdbebenopfern - Krankenschwester versorgt einen Monat lang pro Tag bis zu 300 Patienten
"Hoffnung auf Neuanfang"
Inmitten der Not gab es auch immer wieder Lichtblicke. So freute sich Cornelia Braun jedes Mal, wenn die Hebamme die frohe Kunde einer Geburt überbrachte. An den Einsatzortes des Deutschen Roten Kreuzes kamen während Brauns vierwöchigem Aufenthalt 49 Kinder auf die Welt: "Jedes davon war eine Hoffnung auf einen Neuanfang." Momente des Glücks, die der Krankenschwester dabei geholfen haben, das strahlende Lächeln nicht zu verlieren.
Die vor eineinhalb Wochen wegen gravierender Hygienemängel geschlossene Großbäckerei Müller-Brot ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren 21 Mal von der Lebensmittelüberwachung kontrolliert worden.
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