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Von Alexander Pausch  |  08.02.2010  | Netzcode: 2186037  |  379 Mal gelesen.
München

Iranische Pirouetten vor dem Ballsaal

Streit um Atomprogramm überlagert Sicherheitskonferenz - Lieberman warnt vor Krieg

Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki
Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki (links) versuchte, bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag im "Bayerischen Hof" in München noch einmal die Kompromissbereitschaft seines Landes zu beweisen. Unterstützt wurde er dabei von einem Übersetzer (rechts), der Mottakis Ausführungen aus dem Persischen ins Englische übertrug. Bilder: dpa
Obwohl der Konflikt um das iranische Atomprogramm nicht auf der Tagesordnung der 46. Münchner Sicherheitskonferenz stand, schaffte es das Regime aus Teheran, die Agenda des Wochenendes zu bestimmen. Dazu trug nicht nur die Dramaturgie der am ersten Konferenztag angekündigten überraschenden Teilnahme des iranischen Außenministers bei, sondern auch die Botschaft, die Manuchehr Mottaki in die bayerische Landeshauptstadt mitgebracht hatte.

"Es ist Zeit, zu handeln", forderte Konferenzleiter Wolfgang Ischinger in seiner Begrüßung am Freitag und variierte damit das Motto der Tagung "Keine Entschuldigungen mehr". Doch diese Botschaft wurde nach westlicher Einschätzung von den Iranern nicht verstanden. Im Gegenteil: Die Fronten im Konflikt sind unverändert. Während Teheran weiterhin darauf beharrt, es habe ein Recht auf friedliche Nutzung der Atomenergie, sieht der Westen dieses wegen der Verstöße gegen die UN-Sicherheitsratsresolutionen verwirkt.

Entsprechend enttäuscht fielen die Reaktionen auf den Auftritt Mottakis im "Bayerischen Hof" aus. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour fragte, ob es "strategisch sinnvoll" ist, dass der iranische Außenminister, der nichts Neues zu sagen habe, so ein Forum erhalte. Je nachdem wie es innenpolitisch aussehe, gingen die Iraner drei Schritte vor und dann wieder fünf zurück, beschrieb das Verteidigungsausschussmitglied die iranische Politik.

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