Von Alexander Pausch |
02.02.2010
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Mintraching/Weiden
Für die Bundeswehr wird es gefährlicher
Reinhard Erös befürchtet mehr Gefechte für Deutsche in Afghanistan - Keine neuen Perspektiven durch London
Auch nach der internationalen Afghanistan-Konferenz in London sieht Dr. Reinhard Erös für das Land am Hindukusch kein "Licht am Ende des Tunnels". Die Flickschusterei gehe genau so weiter wie zuvor, beklagt der Afghanistankenner und Gründer der Kinderhilfe Afghanistan. "Über die Qualität, was man dort tut, hat man nicht geredet." Stattdessen seien vorgefertigte Papiere verabschiedet worden.
Überrascht ist der 62-jährige Arzt von dieser Entwicklung allerdings nicht. Schließlich habe der US-Sondergesandte Richard Holbrooke bereits zuvor angedeutet, dass in London abgenickt werden solle, was Washington entwickelt habe, sagt Erös. Das Mehr an Hilfsgeldern, Ausbildern und Soldaten wird seiner Meinung nach im Konflikt am Hindukusch aber keine Trendwende bringen. Im Gegenteil: Die Zahl der getöteten US-Soldaten habe sich binnen Jahresfrist verdoppelt, und sie könnte steigen. Auch für die Bundeswehr wird es gefährlicher, warnt Erös. Wenn die deutschen Soldaten mehr in die Fläche gehen sollen, bedeute dies "natürlich eine höhere Gefährdung". Es werde mehr Gefechte geben, zumal, wenn auf unterstützende Luftangriffe verzichtet werden solle. Von der Bundesregierung, insbesondere von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) erwartet Erös, dass sie dies auch "ehrlich sagen". Die US-Armee beklage seit einem Jahr durchschnittlich 2,5 Gefallene pro Tag, die Bundeswehr durchschnittlich zwei Gefallene im Jahr, rechnet Erös vor.
Von Alexander Pausch |
02.02.2010
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Für die Bundeswehr wird es gefährlicher
Reinhard Erös befürchtet mehr Gefechte für Deutsche in Afghanistan - Keine neuen Perspektiven durch London
Die Idee, gemäßigte Taliban herauszukaufen, hält Erös unter den derzeitigen Bedingungen für nicht realisierbar. Auch wenn dies Außenminister Guido Westerwelle (FDP) als "Hit verkaufe". Die Kriegsgewinnler, die neuen Eliten um Präsident Hamid Karsai wollten natürlich, dass die westlichen Truppen bleiben. Das seien auch jene, die Hilfsgelder abzweigen und auf ihren Konten in Dubai oder Abu Dhabi horten würden.
Für Taliban gelte, "solange die westlichen Soldaten da sind, könne keiner herausgekauft werden", sagt Erös. Denn durch Geld könne man Paschtunen nicht dazu bringen, keine Paschtunen zu sein. Erös unterstreicht in diesem Zusammenhang die Aussage des französischen Außenministers Bernard Kouchner, der am Montag als einer der ersten westlichen Politiker den Krieg in Afghanistan als Paschtunenaufstand bezeichnet hat. "Nicht alle Paschtunen sind Taliban, aber alle Taliban sind Paschtunen." Erös spricht seit langem davon. Es sei ein Aufstand, für den Unterstützer und Kämpfer aus zwölf bis 15 Millionen Paschtunen in Afghanistan und bei weiteren 20 bis 30 Millionen Paschtunen in Pakistan geworben werden könnten.
Von Alexander Pausch |
02.02.2010
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Reinhard Erös befürchtet mehr Gefechte für Deutsche in Afghanistan - Keine neuen Perspektiven durch London
Ungeeignete Ausbilder
Die geplante Erhöhung der Polizeiausbildung durch Deutschland sieht Erös mit gemischten Gefühlen. Er schult seit 2003 die deutschen Polizisten unter anderem in Landeskunde bevor sie nach Afghanistan gehen. Doch mittlerweile, kritisiert er, würden die falschen Ausbilder genommen. Es würden diejenigen wieder an den Hindukusch gesandt, die vor wenigen Jahren aus disziplinarischen Gründen zurückgeholt worden seien.
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