Von Jürgen Umlauft |
28.01.2010
| Netzcode: 2171513 | 119 Mal gelesen.
Bayerns Haushalt: Das Jahr der Wahrheit kommt 2011
Kommentar von Jürgen Umlauft
Unter den Blinden ist der Einäugige König. Diesem Sprichwort erweist Finanzminister Georg Fahrenschon alle Ehre, wenn er den Freistaat als finanzpolitisch solide Bastion in einer hoch verschuldeten Republik preist. Unbestritten hat Bayern die bundesweit niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung, die höchste Investitionsquote und kommt im fünften Jahr in Folge ohne neue Kredite aus.
Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn seit Jahren schieben die bayerischen Finanzminister ein strukturelles Defizit von inzwischen rund drei Milliarden Euro vor sich her, das bislang dank Rücklagen, Privatisierungen und mit vielen kreativen Ideen kaschiert wurde. Mit anderen Worten: Bayern gibt seit Jahren sehr viel mehr Geld aus, als es einnimmt, und längst nicht alles davon sind rentierliche Zukunftsinvestitionen.
Für 2010 reicht die Makulatur noch, 2011 aber wird das Jahr der Wahrheit für Bayerns Staatsfinanzen. Fahrenschon mag sich um diese Erkenntnis noch wortreich herumdrücken, doch schon vor sechs Wochen hat der Oberste Rechnungshof den Finger in die Wunde gelegt. Die Notgroschen sind allesamt aufgezehrt, das strukturelle Defizit aber bleibt.
Von Jürgen Umlauft |
28.01.2010
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Bayerns Haushalt: Das Jahr der Wahrheit kommt 2011
Kommentar von Jürgen Umlauft
Dazu kommen die Belastungen durch die Landesbank, für die 2011 erstmals milliardenschwere Staatsbürgschaften für faule ABS-Papiere fällig werden könnten. Fahrenschons einzige Antwort auf die Prognosen ist bislang die Hoffnung auf Wirtschaftswachstum. Das aber müsste die Dimensionen der chinesischen Boom-Jahre erreichen, um den Minister sorgenfrei in die Zukunft blicken zu lassen. Was bleibt, sind radikales Sparen und neue Milliarden-Schulden. Die harten Zeiten stehen Bayern erst noch bevor.
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