Die Bundesregierung liefert keine neuen Impulse für Afghanistan
Kommentar von Alexander Pausch
Dieser verdruckste Umgang mit dem Thema hat Tradition. Eine Bestandsaufnahme gibt es hierzulande ebenso wenig wie eine Debatte über das richtige Konzept. Und es wird weiter schöngeredet und geschwiegen. Denn wenn deutsche Soldaten die Afghanen in die Orte und zu den Menschen begleiten, dann gibt es mehr, nicht weniger Gefechte. Gleichwohl ist das der richtige Weg: Denn ohne Sicherheit gibt es auch keinen Wiederaufbau. Aber Berlin liefert damit keine neuen Impulse. Nato-Teams begleiten die Afghanen schon lange, auch im Kampf, nur eben die Deutschen nicht.
Die Verdoppelung der Aufbauhilfe ist überfällig. Schließlich hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ständig vom "vernetzten Ansatz" gesprochen, ohne dass Deutschland diesem je gerecht wurde. Im Ausland reagieren darauf viele längst mit beißendem Spott - zu Recht.
Schwarz-Gelb setzt nun um, was bei der internationalen Afghanistan-Konferenz eingefordert werden wird. Denn in London wird nicht mehr über die Strategie gesprochen, sondern es geht um Beiträge zur Umsetzung - da mag Außenminister Guido Westerwelle (FDP) noch so lauthals anderes verkünden.







