Gequassel vor der Haustür
Kommentar von Jürgen Umlauft
Das Volk in Bayern wird in den kommenden Monaten von seinen Vertretern regelrecht überrannt werden. Die CSU hat auf ihrer Winterklausur Dialogforen mit Tausenden Teilnehmern angekündigt, die SPD-Abgeordneten wollen zu Hunderten Terminen im ganzen Land "ausschwärmen" und die Freien Wähler haben ein Defizit in der Präsenz beim Bürger ausgemacht. Die Parteien suchen die Nähe zum Volk und hoffen damit, wieder mehr Wähler an sich zu binden. Interessant, dass sich mit Grünen und FDP just jene Gruppierungen dem Trend nicht anschließen, denen die Wähler zuletzt in Scharen zugelaufen sind. Sie machen lieber Sachpolitik statt Aktionismus - und haben damit Erfolg.
Der Bürger will nämlich keine aufgepfropften Gesprächsrunden von Parteien vor seiner Haustür, er hat schon vom Dauergequassel in Fernseh-Talkshows genug. Er will vielmehr eine geradlinige und verlässliche Politik. Genau deshalb sind Grüne und FDP auf einem historischen Höhenflug: Weil sie dem Wetterwendischen der Seehofer-CSU, der hasenfüßigen Infragestellerei eigener Beschlüsse durch die SPD und der Beliebigkeit der Freien Wähler klare Botschaften entgegensetzen. Glaubwürdigkeit, Vernunft und Standhaftigkeit sind die Grundtugenden einer erfolgreichen Politik. Daran fehlt es CSU, SPD und Freien Wählern in Bayern. Deshalb sind sie in der Gunst der Bürger weiter zurückgefallen. Mit der Verbreitung guter Stimmung und vordergründiger Dialogbereitschaft ist kein Vertrauen zurückzugewinnen.







