Von Josef Maier |
14.01.2010
| Netzcode: 2155229 | 401 Mal gelesen.
Nicht jedes Geschenk ein Geschenk
Sportvereine können nicht nur ihre Mitglieder fit machen: Kostenloser Klima-Check des BLSV
Nur ein Beispiel: Sonnenkollektoren auf dem Dach des DJK-Sportheims in Neustadt/WN. Die Nutzung regenerativer Energien wird auch für Sportvereine immer wichtiger. Der BLSV leistet dabei Hilfestellung. Bild: Popp
Fit für die Zukunft" - das gilt in Sportvereinen meist für die Athleten, aber nicht allzu oft für die Klubheime oder Trainingsanlagen. Da gibt es noch enorme Verbesserungsmöglichkeiten. An Energieeffizienz wird in den Vorstandsteams der Klubs oft zuletzt gedacht. "Trainingstipps" für den Schutz des Klimas - und den der Vereinsgeldbeutel - gibt es jetzt vom Bayerischen Landessportverband (BLSV). Mit seinem neu aufgelegten Klima-Check will er Vereinen konkret vor Ort helfen, bei Sanierungen oder Neubauten. Zuständig für Franken und die Oberpfalz ist Harald Hoffmann.
Sind Funktionäre in Sportvereinen sensibilisiert für das Thema Energiesparen?
Hoffmann: Ja, grundsätzlich treten die Vereinsfunktionäre dem Thema Energiesparen inzwischen offen und interessiert gegenüber. Aber vielen Vereinen ist noch nicht klar, wie breit die Palette der Verbesserungsmöglichkeiten für ihre Sportanlagen tatsächlich ist. Genau hier setzt das Klima-Check-Projekt des BLSV an. Im Zuge der kostenlosen energetischen Beratung werden den Vereinen verschiedenste Tipps, Hilfestellungen und Empfehlungen an die Hand gegeben, die sich teilweise direkt und ohne großen finanziellen Aufwand umsetzen lassen.
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14.01.2010
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Sportvereine können nicht nur ihre Mitglieder fit machen: Kostenloser Klima-Check des BLSV
Harald Hoffmann vom BLSV.
Wird viel bei Ihnen zum Thema Energiesparen nachgefragt?
Hoffmann: Seit der Vorstellung des Klima-Check-Projektes bei der Herbsttagung des BLSV ist die Nachfrage natürlich gestiegen. Alle Sportbezirke und -kreise des BLSV sowie die Fachverbände sind informiert und leiten Interessenten an uns weiter. Täglich schicken Vereine ausgefüllte Antragsformulare für einen Klima-Check, die auf unserer Homepage heruntergeladen werden können, an uns zurück. Trotz der positiven Entwicklung in den letzten Wochen freuen wir uns über jede weitere Anmeldung, da noch genügend freie Kapazitäten vorhanden sind.
Hat sich das Verhalten in den vergangenen Jahren gewandelt oder hat sich nichts getan?
Hoffmann: Das Interesse der Vereine am Thema Energiesparen hat durchaus zugenommen. Die Diskussion um die Folgen des Klimawandels und die steigenden Energiekosten, deren Auswirkungen auf die Vereinskassen bei gleichbleibenden oder leicht sinkenden Mitgliederzahlen deutlich zu spüren sind, haben viele zu einer Einstellungsänderung veranlasst. Aber bis zu einer tatsächlichen Verhaltensänderung ist noch ein weiter Weg.
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14.01.2010
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Sportvereine können nicht nur ihre Mitglieder fit machen: Kostenloser Klima-Check des BLSV
Gibt es Sportarten, die das Thema eher angeht als andere?
Hoffmann: An den Sportarten selbst möchte ich das Thema Energiesparen nicht festmachen. Klimaschutz geht schließlich auch jeden Bürger etwas an. Aus Vereinsperspektive ist es so, dass dort, wo seit Jahren nicht saniert wurde, die Gebäude nicht den energetischen Standards entsprechen, finanzielle Mehrbelastungen entstehen. Insgesamt gesehen sind also die Gegebenheiten des Vereinsgeländes oft der wahre Grund des Umdenkens: Je mehr eigene Gebäude ein Verein hat, desto mehr Finanzmittel muss er aufwenden.
Wo liegen Einsparpotenziale ?
Hoffmann: Das lässt sich nicht pauschal sagen: Es gibt so viele Varianten, so viele Möglichkeiten. Deswegen bietet der BLSV auch den Klima-Check an. Zusammen mit unabhängigen Energieberatern gehen wir zu den Vereinen. Vor Ort schauen wir uns die individuellen Gegebenheiten an, werten diese im Anschluss aus, so dass jeder Verein ein auf seine tatsächlichen Gegebenheiten abgestimmtes Ergebnis und individuelle Empfehlungen bekommt.
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Sportvereine können nicht nur ihre Mitglieder fit machen: Kostenloser Klima-Check des BLSV
Was sind die klassischen Sünden?
Hoffmann: Klassische Sünden sind schwer zu benennen. Eine Tatsache, die sich nicht von der Hand weisen lässt, ist, dass viele der bayerischen Vereinsportanlagen in den 1960er und 1970er Jahren erbaut wurden - und damals noch wenig Augenmerk auf Wärmedämmung und Energieeffizienz gelegt wurde. Noch heute wird teilweise nicht immer nutzungsbezogen gebaut. Der Gedanke, es könnte ja sein, dass wir einmal mehr Mannschaften haben, deshalb müssen wir jetzt schon mehr Duschen vorsehen, bestimmt oft das Handeln.
Können Sie ein konkretes Beispiel schildern?
Hoffmann: Diesen Sachverhalt hat bestimmt jeder Vereinsvorstand schon erlebt. Oft passiert es, dass Mitglieder ihrem Verein etwas Gutes tun wollen und zum Beispiel ausrangierte Großgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen zur Verfügung stellen. Meist handelt es sich hierbei um Energiefresser mit einer ganz ungünstigen Energieeffizienzklasse. Im Hinblick auf die Stromrechnung und den Klimaschutz ist es dann sinnvoller, das Geschenk abzulehnen und sich ein neues Gerät anzuschaffen.
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In welchem Euro-Bereich liegen Einsparpotenziale?
Hoffmann: Es geht immer um den Einzelfall. Bei Betrachtung aller Energieverbräuche und der Umsetzung der im Rahmen des Klima-Checks ausgesprochenen Empfehlungen kann aber jährlich sicher ein vierstelliger Euro-Betrag eingespart werden.
Fragen Funktionäre schon vor Neubauten nach, wie sie energiefreundlich bauen können?
Hoffmann: Ja, viele Vereine wenden sich an die Mitarbeiter der Staatsmittelabteilung des BLSV, bei denen die Vereine Förderanträge stellen können. Es gilt seit Oktober 2009 eine verschärfte Energiesparverordnung, die bei allen Neubauten eingehalten werden muss. Generell ist es bei Bauvorhaben jeglicher Art wichtig, die Folgekosten im Auge zu behalten. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung kann Vereine davor schützen, sich finanziell zu übernehmen.
Wo liegt das klassische Einsparpotenzial? Was ist vielleicht noch nicht so bekannt, wo Vereine klimafreundlich handeln können?
Von Josef Maier |
14.01.2010
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Sportvereine können nicht nur ihre Mitglieder fit machen: Kostenloser Klima-Check des BLSV
Hoffmann: Energiesparendes Handeln ist in fast allen Bereichen möglich. Und durch kleine Verhaltensänderungen kann viel erreicht werden. Das fängt schon damit an, dass der Letzte, der die Umkleidekabine verlässt, das Licht ausmacht. Oder dass tropfende Wasserhähne oder leckende Toilettenspülungen von den Mitgliedern gemeldet und vom Verein schnellstmöglich repariert werden. An diesen Beispielen sehen Sie, wie leicht sich der Einzelne im Bereich Klimaschutz einbringen kann.
Seit 2008 ist der BLSV einer von elf Bündnispartnern der vom Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit initiierten Klima-Allianz Bayern. Zu den zentralen Aufgaben der Allianz zählen unter anderem mehr...
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