An der Wiege der Fotografie
Das Niépce-Museum in französischen Chalon-sur-Saône
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| In den Vitrinen und an den Wänden ist der Werdegang vom groben Holzkasten bis zu den modernsten Kameras übersichtlich dargestellt. Bild: Musée Niépce |
Auf einen ähnlichen Fall stoßen wir in dem kleinen Dorf Saint-Loup-de-Varennes am Südrand der 80 000-Einwohner-Stadt Chalon-sur-Saône im französischen Burgund. Dort steht am Ortseingang ein großes, jedoch wenig ästhetisches Mauerstück mit der Inschrift: "In diesem Dorf hat Nicéphore Niépce 1822 die Photographie erfunden".
Umso mehr imponiert im Stadtzentrum die stolze Statue, die ausnahmsweise einmal nicht einen napoleonischen General darstellt, sondern Nicéphore ("Siegträger") Niépce, der hier 1765 geboren wurde und 1833 verstarb. Seine rechte Hand zieht nicht einen Degen, sondern hält das Gerät, das ihn unsterblich machte - einen Fotoapparat.
Expertenstreit
Allerdings gibt es wie bei vielen bahnbrechenden Erfindungen einen Expertenstreit darüber, welchen Anteil der Engländer William Henry Fox Talbot und Niépces Landsmann, der Bühnenmaler Jacques Daguerre, an der Erfindung haben. Fest steht, dass Letzterer das fotografische Abbildungsverfahren erfunden hat. Dabei hat er eine versilberte, polierte Kupferplatte mit Jod-Dämpfen sichtbar gemacht und das Bild durch Quecksilberdampf entwickelt und fixiert. Der Benennung dieses Verfahrens als "Daguerrotypie" hat der Sohn Niépces, Isidor, per Vertrag zugestimmt. Sein Vater Nicéphore Niépce teilt damit das Schicksal Kolumbus'.In dem 1974 eröffneten Niépce-Museum der Stadt Chalon, dem "Ersten europäischen Museum des Bildes", kann man die auch heute noch nicht abgeschlossene Entwicklung des neuen Mediums beobachten. Begonnen hat sie mit der ältesten Fotografie der Welt, mit Niépces Bild "Blick aus dem Arbeitszimmer in Le Gras" im Jahre 1827.
Blick aus dem Zimmer
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| Der Künstler Léonard François Berger hat nach dem Tod von Joseph Nicéphore Niépce im Jahre 1854 den Erfinder auf diesem Ölgemälde porträtiert. |
In dieser "Kinderstube der Fotografie" kann man Landschafts-, Akt-, Porträt- und Stillleben-Bilder ebenso bewundern wie die Namen großer Foto-Künstler wie Atget, Man Ray, Cartier-Bresson oder Doisneau. Was wäre die Mode ohne die Fotografie? Und ist eine Reise ohne Fotos überhaupt vorstellbar?
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| Mit diesem etwas groß geratenen Mauerstück erinnert das Dorf Saint-Loup an die Erfindung der Fotografie im Jahr 1822. Bilder: Tamme (2) |
Heute versuchen Fotokünstler - im Gegensatz zu ihren Vorreitern der Anfangsjahre - absichtlich, mit Technik und Tricks unscharfe, verschwommene Bilder und Collagen zu schaffen. Auch dafür finden sich Beispiele in den Wechselausstellungen des Museums von Chalon. Wer jedoch nicht so weit fahren will, der kann im Bayerischen Nationalmuseum in München eine der ersten Daguerrotypien bewundern. Sie zeigt eine Ansicht des Pariser Boulevard du Temple aus dem Jahr 1838.
Weitere Informationen im Internet:
http://www.museeniepce.com







































































































