München
Volksbegehren für strenges Rauchverbot erfolgreich
1,3 Millionen Unterschriften - Notwendige Quote deutlich überschritten
München. (dpa) Das Volksbegehren für ein striktes Rauchverbot in Bayerns Gastronomie ist erfolgreich. Knapp 1,3 Millionen Bürger - 13,9 Prozent der bayerischen Wähler - haben gegen die von der Staatsregierung im August beschlossene Aufweichung des Rauchverbots votiert. Dies meldete das Statistische Landesamt in München am Donnerstag nach der Auszählung. Damit wurde die notwendige Quote von zehn Prozent weit überschritten. Nun ist der Weg frei für einen Volksentscheid im nächsten Jahr. Dann sind alle Wahlberechtigten zur endgültigen Abstimmung über das Rauchverbot in der Gastronomie und allen öffentlichen Gebäuden Bayerns aufgerufen.
SPD und Grüne werteten den Erfolg des Antirauch-Begehrens als schwere Niederlage für die schwarz-gelbe Koalition. Es sei vor allem ein Schlag für die wankelmütige CSU, erklärte die SPD-Gesundheitspolitikerin Kathrin Sonnenholzner. Die Grünen- Landesvorsitzende Theresa Schopper rief die Staatsregierung zum Einlenken auf: CSU und FDP sollten das Gesetz des Volksbegehrens im Landtag übernehmen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lehnte das ab. Das Volk solle entscheiden, wie rigoros das Rauchverbot sein soll, sagte Herrmann dem Bayerischen Rundfunk.
Die meisten Bürger mobilisierte das Volksbegehren in Mittelfranken mit einer Beteiligung von 17,5 Prozent, gefolgt von Oberbayern (14,6 Prozent) und der Oberpfalz (13,3). Den landesweiten Rekord stellten die Rauchgegner im CSU-regierten Erlangen auf, wo 23,2 Prozent der Bürger unterschrieben. Die Zehn-Prozent-Quote wurde in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken klar überschritten. Schlusslicht war Schwaben, wo sich 11,6 Prozent der Bürger eintrugen. Zuletzt hatte es 1997 das Volksbegehren zur Abschaffung des Bayerischen Senats geschafft, dass mehr als zehn Prozent der Wahlberechtigten bei den Gemeinden unterschrieben haben. Danach waren sieben Initiativen an der Quote gescheitert.
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