Die Sichtachsen des Welterbes
Baureferentin Christine Schimpfermann: Der Welterbestatus macht die Entscheidungsprozesse komplexer
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| Diese Sichtachse schützt das Welterbezentrum: Bausünden werden mit der Streichung von der Welterbeliste bestraft. Bild: dpa |
Frau Schimpfermann, inwieweit haben sich die Kriterien für Baumaßnahmen verändert, seitdem Regensburg UNESCO-Weltkulturerbe ist?
Schimpfermann: Der Welterbestatus ändert nichts am Baurecht, das heißt, materiell haben wir keine andere Situation. Allerdings wurden die Abstimmungsprozesse komplexer. Es entscheidet nicht mehr nur der Stadtrat in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.
Jetzt sind Vorhaben auch dem Welterbekomitee vorzulegen, das einmal im Jahr tagt. Darin sind stadtentwicklungspolitisch bedeutende Interessen und Perspektiven vertreten. Es ist multinational besetzt und befasst sich mit 850 Welterbestätten weltweit - davon befinden sich gerade mal 32 in Deutschland. Entscheidungen über die Aufnahme erfolgen immer auch unter regionalpolitischen Gesichtspunkten.
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| "Es war eigentlich nahe liegend, dass ich für mein spielfreudiges Publikum einmal ein eigenes Quiz bastle", erzählt Monika Meisinger, seit 1996 Wirtin in der Tanke. Bild: mon |
Wenn also zum Beispiel ein Industriedenkmal in Völklingen besteht, dann ist es unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit ein vergleichbares in einem anderen westeuropäischen Land berücksichtigt wird. Ich sage das, weil es für das Verständnis der durchaus politischen Herangehensweise wichtig ist.
Gab es da für das Baureferat im Anfangsstadium Unesco-Nachhilfe?
Schimpfermann: Der Welterbebeauftragte ist bei mir angesiedelt, wir halten einen engen Kontakt zum Welterbezentrum, das ist das ständige Sekretariat des Welterbekomitees und organisatorisch in den Kultursektor des Unesco-Sekretariats in Paris integriert.
Es hat die Aufgabe, die vom Welterbekomitee getroffenen Beschlüsse umzusetzen. Wir haben den Kommunikationsprozess personalisiert und versprechen uns davon einen direkten Draht und mehr Transparenz.
Müssen Sie neue Wohnanlagen wie die der Bayerischen Landessiedlung an den Holzgärten melden?
Schimpfermann: Nein, solche Planungen sind da nicht betroffen. Die Siedlung fügt sich auch von der Höhe in das Stadtbild ein. Dem Welterbezentrum geht es um Sichtachsen, um die Frage, wo Hochpunkte sind, welchen Abstand man von der Altstadt einhalten muss.
Wie hat sich nach Abschluss der Sanierungsarbeiten aus Ihrer Sicht Stadtamhof entwickelt?
Schimpfermann: In Stadtamhof hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Die Hauptstraße wurde umgestaltet, es gibt neue Parkierungsmarkierungen, Gehflächen, eine Baumanlage, eine neue Beleuchtung.
Da es als Sanierungsgebiet ausgewiesen war, gab es eine Reihe von Privatinvestitionen, weshalb es für Geschäfte und Gaststätten attraktiv erschien, sich verstärkt hier anzusiedeln. Jetzt muss nur noch der Bund die Planung für die Protzenweiherbrücke möglichst zügig vorantreiben, damit der Stadtteil wieder besser erreichbar ist.
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