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Von Jürgen Herda  |  27.11.2009  | Netzcode: 2098683  |  421 Mal gelesen.

Begehrte Altstadt

Die Baureferentin über Wohnlagen und Stadthalle

Die 860 Jahre alte Steinerne Brücke ist durch
Die 860 Jahre alte Steinerne Brücke ist durch Verkehr und Streusalz so stark beschädigt, dass aus den historischen Mauern Teile herausgebrochen und zentimeterdicke Risse entstanden sind. Bild: dpa
Die Altstadt ist schon sehr begehrt", beschreibt Baureferentin Christine Schimpfermann die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum im magischen Viereck zwischen Arnulfsplatz, Bismarckplatz, Dom und Steinerer Brücke. "Entsprechend hoch sind hier die Miet- und Kaufpreise, obwohl Parkplätze und meist auch Balkone und Terrassen Luxus sind." Für 12 000 waschechte Altstädter versucht die Stadt den Spagat zwischen Wohnen und Ruhebedürfnissen auf der einen und der Lebenslust in Kneipen und bei diversen Festivitäten auf der anderen Seite hinzubekommen.

Nach wie vor zu den Toplagen gehört der Innere Westen mit seinen herrlichen Gründerzeit- und Jugendstilhäusern, oder auch der Mittlere Westen als Kompromiss zwischen Stadtnähe und Häuschen im Grünen. Im Süden locken der Galgenberg und die Ganghofersiedlung mit Uni-Nähe. Deutlich aufgewertet wurde in den letzten Jahren auch das attraktive Gründerzeitviertel rund ums Ostentor - besonders seit der alljährliche Kampagne-Geruch der Zuckerfabrik verschwunden ist. Dafür wird ganz in der Nähe hinter dem ehemaligen Schlachthof-Gebiet ein Marina-Quartier mit kleinem Yachthafen entwickelt.

Der erwartete Zuzug von 5000 zusätzlichen Studenten in den nächsten Jahren lässt den Wohnraum in den vorhandenen Studentenwohnheimen knapp werden. "Hier besteht ohne Frage ein großer Bedarf", gibt Schimpfermann zu, "wir planen einige neue und auch der Markt reagiert." Am Galgenberg, auf dem ehemaligen Thurn-und-Taxis-Areal entstand ein gemischtes Wohngebiet für alle Generationen: "Wir versuchen Konzentrationsprozesse zu vermeiden", sagt die Baureferentin.

Nach jahrzentelangen kontroversen Diskussionen, verlorenen Wahlen und Abstimmungen scheint sich in puncto Stadthallen-Standort der Ernst-Reuter-Platz als Favorit heraus zu kristallisieren: "Es wird erst einmal eine Voruntersuchung zu möglichen Knackpunkten für den Verkehr und die ÖPNV-Drehscheibe geben. Die archäologische Situation wird abgeklopft, mit den Grundstückseigentümern muss verhandelt und mit den Entscheidern der Deutschen Bahn gesprochen werden - Anfang nächsten Jahres sieht man da vielleicht schon etwas klarer."

Gleichzeitig plant das Baureferat im Rahmen der Weiterentwicklung der Ostnerwacht eine Alternativnutzung für den Donaumarkt - wo sich seit den 1980er Jahren alle Oberbürgermeister die Kongresshalle gewünscht hatten, soll nun eine Mischbebauung mit Wohnen und Dienstleistungen entstehen. "Nach den Planungen für den Hochwasserschutz könnte dann noch 2010 die Investorenausschreibung erfolgen." Kurz vorm Abschluss stehen die Umgestaltungsmaßnahmen in der Ludwigstraße und der Roten Hahnengasse, die, ähnlich wie die Gesandtenstraße, "höhengleich ausgebaut wurde" - als Wohnverkehrsstraße ohne Bordsteine.

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