Das Glück der leeren Kassen
Was Regensburgs mittelalterlichen Kern bewahren half - Denkmalschutz zu spät für die Spielhof-Gasse
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| Aufzugsgaube für schwere Lasten. Bilder: mon |
Dr. Eugen Trapp, der das zu berichten weiß, war maßgeblich am Bewerbungsverfahren für das Weltkulturerbe beteiligt. Zu großen Teile verfasste er den Antrag an die Unesco, dass die Regensburger Altstadt in ihrer Gesamtheit als Kulturgut in die Welterbeliste aufgenommen werden sollte. Die Regensburger Altstadt hatte aber nicht nur im Zweiten Weltkrieg Glück, was die geringen Kriegsschäden angeht.
Kein Geld für Bausünden
Auch in den Jahren des deutschen Wirtschaftswunders kam sie gut weg, weil in der Stadt einfach nicht das Geld vorhanden war, um geplante bauliche Eingriffe in die alte Häusersubstanz vorzunehmen: "Während in den fünfziger Jahren andernorts teilweise größere Schäden angerichtet wurden als selbst der Krieg verursachen konnte, blieb Regensburg von derlei Bausünden relativ verschont", so der Kunsthistoriker vom Amt für Archiv und Denkmalpflege. Es war auch bald auf nationaler Ebene klar, dass die Regensburger Altstadt Schutz braucht.
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| Kein architektonisches Ruhmesblatt. |
Ganz ungeschoren kam aber auch sie in dieser Zeit nicht davon: Für den Pustet-Komplex in der Gesandtenstraße wurden gleich mehrere Patrizierhäuser abgebrochen - heute unvorstellbar, in den fünfziger Jahren dachte man anders: "Es gibt ein schönes Dokument aus dieser Zeit. Ein Werbefilm für Regensburg zeigt die Altstadt mit ihrem Charme, gleichzeitig wird aber auch der Neubau von Pustet positiv bewertet", so Dr. Trapp.
"Das Denkmalschutzgesetz wurde leider erst 1973 aus der Taufe gehoben, deshalb haben wir unsere schlimmste Bausünde, den Horten am Neupfarrplatz, der kurz vorher gebaut worden ist", bedauert der Denkmalpfleger. Bei dieser Baumaßnahme ist gleich eine ganze Gasse, "Am Spielhof" ausgelöscht worden. Gleich nebenan, am Kassiansplatz, musste die "Schlossergasse" dem Bau der Sparkasse weichen. Auch der Schwanenplatz hat die Bezeichnung Platz nach dem Bau des Kolpinghauses eigentlich nicht mehr verdient.
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| Spätestens seit dem Kriegsende 1945 steht Regensburg in dieser Hinsicht in Deutschland ohne Konkurrenz da. Dr. Eugen Trapp |
"Was weg ist, ist weg..."
Einige aufgebrochene Fassaden, wie beispielsweise das Eckhaus bei der "Neuen Waag" in dem sich heute ein Musikladen befindet, wurden inzwischen wieder zurückgebaut. Auch den Durchgang in der Schnupftabakfabrik, wo man eine dunkle Treppe hinunter gehen musste, sucht man heute gottseidank vergebens.
Gerade wurden Korrekturen an der Fassade des Schürnbrand-Hauses am Neupfarrplatz vorgenommen. In Abstimmung mit den Hauseigentümern wurde hier sogar das Erdgeschoss wieder zurückgebaut. Das findet Dr. Eugen Trapp auch alles gut, richtiggehende Rekonstruktionen betrachtet er allerdings sehr skeptisch: "Was weg ist, ist weg..."
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