Deutschlands größtes Knabeninternat
Die Regensburger Domspatzen sind für das G8 gut gerüstet: Hier treffen sich Musik und Mathe auf Augenhöhe
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| Aushängeschild der Stadt: die Regensburger Domspatzen. Bild: dpa |
"Es handelt sich um ein staatlich anerkanntes Musisches Gymnasium, in dem das Fach Musik in allen Jahrgangsstufen als Kernfach gilt und so den gleichen Stellenwert wie etwa eine Fremdsprache oder Mathematik besitzt", erklärt Berthold Wahl. Auch die Leistungen der Schüler im Gesang und auf dem Instrument sind damit Bestandteil der Zeugnisnoten. Jeder Domspatz wird auf mindestens einem Instrument ausgebildet, dieser Unterricht ist kostenlos, Instrumente und Übungsräume werden zur Verfügung gestellt. "Viele spielen sogar mehr als ein Instrument", freut sich der Schulleiter.
Wirken in die Region hinein
Neben Chor und Musikgymnasium steht als dritte Säule des Konzepts ein Internat zur Verfügung, ungefähr 220 der 500 Schüler besuchen es. "Man darf nicht vergessen, dass wir das größte Knabeninternat in ganz Deutschland sind und die Domspatzen wirken natürlich auch in die Region hinein", berichtet der Oberstudiendirektor. Das Leben in einer so großen Gemeinschaft will gelernt sein. Im Umgang mit den Mitschülern können sich die Jungen und Männer soziale Kompetenzen wie Sensibilität, Flexibilität und auch Konfliktfähigkeit aneignen, was ihnen in ihrem späteren Leben sicher von großem Vorteil sein wird.
"Die Erzieherinnen und Erzieher (Präfekten) versuchen den Knaben und jungen Männern Grundwerte zu vermitteln, mit denen sie Entscheidungen fürs Leben treffen lernen", ist im neuen Buch über das Domgymnasium nachzulesen. "Da es bei uns seit Jahrzehnten das Internatsleben inklusive Mittags- und Lernbetreuung gibt, mussten wir auf dieser Ebene bei der Umstellung auf G8 nicht viel verändern", berichtet Bertold Wahl.
Was allerdings auch an den Domspatzen nicht vorbeigeht ist der höhere Zeitdruck, den G8 mit sich bringt. War es für Sänger des Konzertchor schon immer anstrengend, Konzerttourneen und Lernen für die Schule unter einen Hut zu bringen, ist es heute nicht einfacher geworden. "Es gibt jetzt die erste Abstimmungsphase zwischen Chor und Schule, um den Sängern genügend Zeit für das Abitur zu verschaffen", so Wahl.
Konzertreisen in prestissimo
Der jeweilige Abiturjahrgang singt noch beim Weihnachtskonzert mit, dann dürfen alle Abiturienten in Ruhe für ihre Prüfungen lernen. "Man muss auch bedenken, dass von den 500 Schülern nur 50 bis 60 als Knabenstimme eingesetzt werden und etwa 30 Männerstimmen in der Choralscola aktiv sind, der Rest befindet sich im Stimmbruch", erklärt Berthold Wahl.
Bei den Sonntagsmessen im Dom wechseln sich die verschiedenen Chöre mit der Choralscola ab, der Dienst wird also auf viele Schultern verteilt. Außerdem ist der Schulleiter des Domgymnasiums stolz darauf, dass die Förderstunden im Rahmen von G8 wirklich in Kernfächern wie Deutsch, Mathe und Englisch angeboten werden und nicht in irgendwelchen Nebenfächern: "Maximale schulische und musikalische Förderung, werden bei uns sehr ernst genommen".
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