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Nittenau
"Nie wieder!" als klarer Auftrag
Max Mannheimer (89), Überlebender des Holocaust, ergreift in Nittenau das Wort
Nittenau. Ja, sagt er, es habe viele Jahre gedauert, bis er imstande war, öffentlich darüber zu reden. Damit gehört er zu den wenigen Zeitzeugen, die sich vor Publikum auf die Erinnerungen an das schreckliche und menschenverachtende Geschehen einlassen. Max Mannheimer (89), Überlebender des Holocaust, war am Abend des 9. November zu Gast in Nittenau.
"Schicksalstag für Deutschland": Bürgermeister Karl Bley erinnert im überfüllten Vortragsraum des Volksbildungswerkes an markante Ereignisse des 9. November. Ende der Monarchie 1918, Hitlers wahnwitziger Marsch auf die Feldherren-Halle 1923, Reichspogromnacht 1938. Und der Mauerfall 1989, ein "freudiges Ereignis", merkt Bley an.Während in Berlin und anderswo die Massen dieses Jubiläum bejubeln, sitzt Max Mannheimer ganz ruhig im Nittenauer VBW-Raum und registriert zufrieden, dass auch viele junge Leute zu seinem Vortrag gekommen sind. Vor allem sie sind es, die dafür sorgen sollen, "dass so etwas nie mehr geschieht".
Der im nordmährischen und heute tschechischen Neutitschein geborene Jude spricht über den "organisierten Volkszorn" in der Nacht des 9. November, als überall Synagogen in Flammen aufgehen und jüdische Geschäfte demoliert werden. Etwa 150 jüdische Bürger fallen den marodierenden Horden zum Opfer. Einige begehen Suizid.
Die "Schutzhaft" und damit der endgültige "Freibrief" wird propagiert. Mit Kriegsbeginn wächst der Druck auf die Juden, setzen die ersten systematischen Deportationen ein. Und dann erzählt Mannheimer, der die Konzentrationslager Auschwitz, Theresienstadt, Warschau und Dachau überlebte, davon, was mit den Menschen dort geschah. Doch auch mutige und hilfsbereite Bürger tauchen in seinen Schilderungen auf.
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