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Von Stefan Voit  |  09.10.2009  | Netzcode: 2033782  |  384 Mal gelesen.
Auch wenn wir im 21

Ein großes Stück europäischer Literatur

Kommentar von Stefan Voit

Jahrhundert angekommen sind, bewegt uns dieser große Krieg, der Millionen von Menschen das Leben gekostet und unsagbares Leid über die Welt gebracht hat, noch immer. Und wir können es uns nicht erlauben zu sagen, das ist weit weg, das ist lange her, das interessiert mich nicht mehr. Was damals passiert ist, berührt und bewegt immer noch. Denn noch immer gibt es unsagbares Leid auf diesem Planeten.

Was hat das alles mit dem Literatur-Nobelpreis zu tun, der gestern der deutschsprachigen Schriftstellerin Herta Müller zugesprochen wurde? Sehr viel, denn Herta Müller wehrt sich in ihren Büchern eben gegen jenes Vergessen, gegen das Geht-mich-nichts-an. Sie schreibt bewusst dagegen an und setzt Sprache dort ein, wo sie uns am meisten trifft: im Gemüt und im Herzen.

Herta Müller weiß, wovon sie schreibt: 1952 in Rumänien geboren, haben sie und ihre Familie die Gräueltaten der Diktaturen hautnah miterlebt. Ihre Mutter wurde als Rumäniendeutsche unter Stalin fünf Jahre lang in ein sowjetisches Arbeitslager deportiert. Herta Müller selbst bekam in der Zeit des Ceausescu-Regimes Schreibverbot und war Bedrohungen durch den Geheimdienst Securitate ausgesetzt. 1987 konnte sie in die Bundesrepublik ausreisen. Ihre Heimat und das Unrecht, das den Menschen dort widerfuhr, hat sie nie vergessen.

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