Von
Thomas Dobler |
17.09.2009
| Netzcode: 2002676 | 1501 Mal gelesen.
Zwei Männer geben Gas
Für's Auto: Erdgas und LPG-Flüssiggas als billige und umweltfreundliche Alternative
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| Chris Radlbeck tankt an der ersten Erdgas-Tankstelle in Schwandorf, die 2002 in Betrieb genommen wurde. Mittlerweile hat sich ein Netz von Erdgastankstellen etabliert, auch in der Oberpfalz. |
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| Bei Fahrzeugen, die mit LPG-Flüssiggas (alias Autogas) betrieben werden, befindet sich der ringförmige, schwarze Gastank im Kofferraum, wo er die Stelle des Reserverades einnimmt. Bilder: Götz (4) |
Gerhard Götz und Chris Radlbeck schwören darauf. Die beiden Männer betanken ihre Autos mit Gas - der eine mit Flüssiggas, kurz LPG, der andere mit Erdgas. Der eine fährt einen Skoda, der andere einen Opel, aber beide versichern unisonso: "Nie mehr ohne!"
Das flüchtige Objekt der Begierde verspricht vor allem einmal eines: Den Geldbeutel zu schonen. Während die Spritpreise derzeit immer wieder nach oben ausbrechen und die Fahrer mit Sorgenfalten an den Zapfsäulen stehen, lachen sich die Gas-Nutzer ins Fäustchen. "Das ist wie ein Sparschwein", freut sich Gerhard Götz, wenn er wieder einmal für 25 Euro den Tank mit LPG-Flüssiggas komplett gefüllt hat. Der Fotojournalist aus Wackersdorf (Landkreis Schwandorf) kommt mit seinem Gastank über 600 Kilometer weit. Jede bessere Tankstelle bietet zwischenzeitlich das LPG-Tanken an - erkennbar meist an dem großen Gasbehälter, der im Hof steht.
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| Gerhard Götz betankt seinen Wagen an einer Flüssiggas-tankstelle. Auch dieses Angebot ist derzeit bereits massenhaft vorhanden. Bild: Mayer |
Unterirdisch, also per Pipeline, wird hingegen das Erdgas zu den Zapfsäulen befördert. "Hier wird nicht in Litern, sondern in Kilogramm befüllt", weiß Chris Radlbeck. Der Frontmann der überregional bekannten Rock-'n'-Roll-Band "Rattle Gang" fährt seit sieben Jahren einen Opel Zafira und gehörte in Schwandorf zu den ersten, die Erdgas getankt haben: "In den Tank meines Wagens passen 16 Kilo, damit komme ich 350 Kilometer weit." Da auch das Netz der Erdgas-Tankstellen bereits gut ausgebaut ist, kann man laut Radlbeck "jederzeit und überallhin in Urlaub fahren". Er nutzt noch einen besonderen Suchservice - das Navigationsgerät im Auto. "Damit finde ich Tankstellen, das funktioniert 100-prozentig."
Benzin als Joker
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| Der Motor eines mit Autogas betrieben Fahrzeugs sieht etwas anders aus als gewohnt. Hier erkennt man zum Beispiel die blauen Einspritzdüsen der Gasanlage. |
Die Fahrzeuge beider Männer verfügen aber noch über einen Joker: Sie können auch mit normalem Kraftstoff gefahren werden, einfach umschalten. Falls es also einmal eng wird mit LPG oder Erdgas, wird der Benzintank zugeschaltet, und es geht weiter.
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| Gut zu erkennen: Erdöl-Treibstoffe (oben) sind deutlich teuerer als Gas-Treibstoffe (unten). |
Unschlagbar sind derzeit die Preise, wie ein Blick auf eine Hinweistafel in Schwandorf zeigt (Stand vom Dienstag dieser Woche): Superbenzin rangiert mit 131,9 Cent an der Spitze, gefolgt von Biodiesel mit 125,9 Cent und normalem Dieselkraftstoff, der mit 108,9 Cent notiert ist. Erst dann kommen mit weitem Abstand Erdgas mit 89,9 Cent pro Kilogramm und LPG-Autogas mit 57,7 Cent pro Liter Flüssiggas. Das Geheimnis der Tiefpreise: Es müssen darauf keine Steuern bezahlt werden. "Das Fahren wird billig und umweltfreundlich", fasst Erdgas-Fahrer Chris Radlbeck die Vorteile zusammen, "denn Erdgas verbrennt sehr sauber". Ähnliches gilt für LPG-Flüssiggas.
Jörg Faltermeier, der professionell Autos umrüstet auf Flüssiggasantriebe, sagt, dass sich so eine Investition von 2000 bis 2500 Euro nach etwa 35 000 Kilometern Fahrstrecke amortisiert hat: "Da hat sich dann die Gasanlage abbezahlt, der Rest ist - billig Autofahren." Problematisch ist laut Faltermeier, dass derzeit noch keine Direkteinspritzer-Motoren auf LPG umgerüstet werden können, sowie keine Modelle von Opel und Ford.
Oft schon serienmäßig
Bei den Erdgas-Autos hingegen sieht es so aus, dass immer mehr Autohersteller ihre Fahrzeuge serienmäßig mit dem Erdgastank anbieten. "Opel und Fiat waren Vorreiter, auch VW hat jetzt ein Spitzenmodell, das mit Erdgas fährt", weiß Radlbeck.