Schwarzach
Etwas abseits und dafür nicht überlaufen
Schwarzach ist eine von elf deutsch-tschechischen Brünnl-Stationen
Schwarzach. (eld) "Hilf mir, dass ich beim Reiten nicht vom Pony oder Pferd falle." "Hilf mir, dass mein Sohn wieder gesund wird." Dies sind zwei Bitten an Maria, die im Buch im Schwarzacher Brünnl stehen. Der Dank für zwei gesunde Enkelkinder ist dort ebenso festgehalten wie der Besuch einer Radlergruppe im Mai dieses Jahres.
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| Von Einheimischen wird die Mariengrotte mit dem Brünnl noch gerne besucht, um die Gottesmutter um Hilfe zu bitten. Bild: Götz |
Bekannter Wallfahrtsort
Auf Kirchenbänken und Stühlen können Gläubige in stiller Andacht verharren. Über einen Bewegungsmelder wird die Grotte beim Betreten beleuchtet und es beginnt das Wasser zu fließen. Das Brünnl unter der Laurentiuskapelle wird meist von Gläubigen aus der Umgebung besucht. Im 18. Jahrhundert war das völlig anders, da war Schwarzach ein bekannter Wallfahrtsort.
Der blinde Georg Rottmayr wusch sich 1726 am Osthang des Kirchfelsens die Augen mit Quellwasser aus und konnte plötzlich wieder sehen, nachdem er in der nahe gelegenen Kirche zur Maria gebetet hatte Die heilende Wirkung des Quellwassers sprach sich schnell herum. Bereits 1728 begannen die Brünnl-Wallfahrten. An Festtagen kamen bis zu 400 Pilger und an Maria Himmelfahrt etwa bis zu 800 zur Brünnlkappelle.
Die Pilger brachten Geld mit. Die prächtig barocke Ausstattung der St. Ulrichskirche auf dem Felsen über der Schwarzach stammt aus dieser Zeit und auch die Kanzel wurde aus Wallfahrtseinnahmen finanziert. Um 1786 wurde es ruhig um die Schwarzacher Wallfahrt und das Brünnl.
Einen Versuch, wenn auch nicht den Pilgerbetrieb von einst wieder zu beleben, aber zumindest daran zu erinnern, stellt der Bayerisch-Böhmische Brünnl-Wallfahrtsweg dar, an dessen Entstehen Bürgermeister Alois Böhm federführend beteiligt war. Er ist so etwas wie ein Steckenpferd des Gemeindeoberhauptes, unterstützt wurde Böhm in einem Arbeitskreis besonders von Pfarrer Johann Schießl und Václav Svoboda, den Bürgermeister von Pocinovice. Von 2003 bis 2005 wurde die Route ausgearbeitet. Zur gleichen Zeit wie in Schwarzach etwa reisten viele Menschen zum guten Wasser bei Pocinovice. Dies verbindet die beiden Orte, die seit Jahren eine enge Partnerschaft pflegen.
350 Kilometer
In den Brünnl-Wallfahrtsweg, ein Rundkurs von insgesamt 350 Kilometern, beginnend am Nabburger Brünnl, sind elf Stationen aufgenommen. Drei davon liegen in Tschechien, wobei die Bedeutung der Wallfahrtsorte früher durchaus grenzüberschreitend war und die heutigen Staatsgrenzen nicht mit den damaligen übereinstimmen.
Kirche als Militärlager
Enthalten sind die Bekannten - das Heilbrünnl bei Roding ebenso wie Neukirchen beim Heiligen Blut - wie weniger Bekannte in Hannesried oder Harrling bei Miltach, eine Einsiedelei mit einer kleinen Kapelle mitten im Wald. Das Brünnl im böhmischen Hartmanice verdient besondere Erwähnung. Die Kirche wurde vom früheren tschechoslowakischen Militär als Lagerraum genutzt. Die Inneneinrichtung besteht aus Glas und wurde restauriert.
Der Wallfahrtsweg, die Beschreibung ist unter bbkult.net zu finden, eignet sich auch für mehrtägige Radtouren oder in Etappen für Wanderer. Er führt durch reizvolle Landschaften entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs, durch noch nicht ausgetretene und überlaufene Wege im Oberpfälzer -, Bayerischen - und Böhmerwald. Sehr ursprünglich beispielsweise ist das Tal der Otawa, hauptsächlich Kanu- und Kajakfahrern ein Begriff. Doch auch der Brünnlsteig von der Schwarzacher Ortsmitte zum Kirchenensemble lohnt sich. Der Besucher taucht ein in eine Welt der Abgeschiedenheit und Ruhe.
Alle Artikel "Urlaub daheim" im Internet:
http://www.oberpfalznetz.de/urlaubdaheim
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