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Von (af)  |  22.08.2009  | Netzcode: 1966951  |  1454 Mal gelesen.
Weiden

Blaues Auge und ein Punkt für SpVgg

Glückliches 2:2 gegen spielstarke Stuttgarter Kickers - Schumacher und Mendez treffen

Weiden. (af) Die SpVgg Weiden hat ihr Glück für die nächsten Spiele aufgebraucht. Der Regionalliga-Aufsteiger kam am Freitagabend im heimischen Wasserwerkstadion zu einem 2:2 (0:0) gegen Drittliga-Absteiger Stuttgarter Kickers und muss das Unentschieden in jedem Fall als Punktgewinn verbuchen.

Alberto Mendez (links) war an beiden Weidener
Alberto Mendez (links) war an beiden Weidener Treffern beteiligt: Seinen Freistoß aus 22 Metern fälschte Andreas Schumacher zum 1:0 ab, beim 2:2 traf Mendez selbst per Kopf.
Der Ex-Bundesligist aus Schwaben stellte über die gesamten 90 Minuten die spritzigere Mannschaft, die mit Tempofußball und schnellen Kombinationen die Weidener Abwehr immer wieder in Verlegenheiten stürzte. „Es war interessant zu sehen, wie gut die Fußball spielen können“, berichtete SpVgg-Abwehrrecke Alexander Konjevic nach dem Schlusspfiff über seine Erkenntnisse, die er zuvor in zahlreichen Zweikämpfen gesammelt hatte.

Auch SpVgg-Coach Gino Lettieri räumte ein, dass es „ein sehr glücklicher Punkt für uns ist.“ Einmal mehr bemängelte der Weidener Coach, dass sich noch nicht alle Spieler auf das schnelle Spiel in der Regionalliga eingestellt haben: „Da ist zu oft noch Bayernliga-Tempo drin. Stuttgart hat es uns vorgemacht, wie es geht.“

Unbändige Kampfkraft



Dass der Liganeuling dennoch mit einem blauen Auge davonkam, hatte er letztlich seiner unbändigen Kampfkraft zu verdanken. Denn vier Minuten vor Schluss wirbelte Kraftbündel Akram Abdel Haq (Lettieri: „ein Wundermännchen“) durch die Gästeabwehr, flankte auf Alberto Mendez und der köpfte den Ball aus sechs Metern zum 2:2 in die Maschen. Die 2225 Zuschauer standen Kopf, feierten die nie aufsteckende Weidener Mannschaft ob ihrer unverzagten Moral.

Dabei hatten die Kickers bereits wie der sichere Sieger ausgesehen. Denn nach dem überraschenden 1:0, als Andreas Schumacher einen 22-Meter-Freistoß von Mendez ins Gästegehäuse abfälschte (62.), holten die in neongelben Trikots angetreten Schwaben zum Doppelschlag aus. Der eingewechselte Mijo Tunjic sorgte mit seinen zwei Treffern für die zwischenzeitliche Stuttgarter Führung (69./76.).

„Es war ein sehr gutes, intensiv geführtes Regionalligaspiel. Aber wir haben zu viele Chancen liegen gelassen“, trauerte Kickers-Trainer Dirk Schuster den zahlreichen Möglichkeiten seiner Schützlinge nach. Dabei hatte der ehemalige Bundesligaprofi des Karlsruher SC vor allem die 29. und 33. Minute im ersten Durchgang vor Augen. Da landete das Leder zwei Mal am Aluminium des Weidener Tores. Zunächst traf Alessandor Abruscia mit einem 25-Meter-Schrägschuss nur den Pfosten, dann visierte Marcel Ivanusa bei einem Kopfball die Querlatte an.

Kümmerle für Asma



Die beiden Großchancen waren beileibe keine Zufallsprodukte, sondern Ausdruck der spielerischen Überlegenheit des Favoriten. Vor allem die linke Abwehrseite erwies sich vor der Pause als Achillesferse. Lettieri hatte gegenüber der Startformation beim 2:1-Sieg in Nürnberg Tolgay Asma auf der Ersatzbank gelassen. Für ihn rückte Michael Kümmerle in die Defensivabteilung, während Florian Schrepel auf der Außenbahn für Druck sorgen sollte. Der Schachzug ging aber nicht auf, da sich Kümmerle überhaupt nicht in seiner ihm zugewiesenen Rolle zurechtfand.

Aber nicht nur der Ex-Stuttgarter produzierte gegen seinen ehemaligen Verein unnötig viele Fehlpässe. Mit der aggressiven Spielweise des Gegners kamen auch die anderen Weidener Spieler nur bedingt zurecht. Selbst kurze Zuspiele und die Ballannahme klappten nicht wie gewohnt. Erst nach dem Wechsel, als die SpVgg-Akteure mit offenem Visier den Schlagabtausch anboten, ging es hüben wie drüben zur Sache. „Beide Mannschaften wollten gewinnen“, zollte Dirk Schuster den 22 Spielern auf dem Platz Respekt. Dass der DFB-Pokal-Finalist von 1987 auch nach dem Pausentee ein deutliches Übergewicht an hochkarätigen Chancen besaß, entging Lettieri nicht: „Wir sind froh über das 2:2 und haken das Spiel ab. Jetzt müssen wir auf die Auswärtspartie am Dienstag in Wehen schauen.“

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