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Von (jua)  |  21.08.2009  | Netzcode: 1966823  |  1899 Mal gelesen.
Pfreimd

Historie auf Schritt und Tritt

Spaziergang durch die Pfreimder Altstadt auf den Spuren einer bewegten Geschichte

Pfreimd. (jua) Wenn Bürgermeister Arnold Kimmerl mit seinen Gästen eine Stadtführung beginnt, befindet er sich im Sitzungssaal genau auf dem Platz, auf dem er vor 61 Jahren das Licht der Welt erblickte. Der "gebürtige Bürgermeister", der in den Sommerferien allen Interessenten gerne sein Städtchen vorstellt, ist stolz auf dessen Geschichte und die noch vorhandenen Denkmäler.

Ein prächtiges Keramik-Relief mit einer
Ein prächtiges Keramik-Relief mit einer historischen Stadtansicht prägt die Wand des Sitzungssaales. Bilder: jua (4)
Pfreimd, an Naab und Pfreimd gelegen und umgeben von ausgedehnten Wäldern, ist eine Stadt mit großer Vergangenheit. Die Pfreimder blicken stolz auf ihre glanzvolle Geschichte, die nicht erst mit der urkundlichen Erstnennung im Jahre 1118 beginnt, sondern bis in die Mittel- und Jungsteinzeit durch entsprechende Funde zurückverfolgt werden kann. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel wird der Ort 1322 an Landgraf Ulrich I. von Leuchtenberg verpfändet. 1332 folgt der endgültige Verkauf an das Haus Leuchtenberg. Von da an beginnt für Pfreimd wohl die wichtigste geschichtliche Zeitepoche, die das Stadtoberhaupt anno 2009 auf einem ausgiebigen Spaziergang erklärt.

Verlässt Bürgermeister Arnold Kimmerl das Pfreimder Rathaus und schlägt seinen Weg nach rechts ein, strahlen ihm schon von weitem die roten Rosen vor dem Trauzimmer entgegen. Hier konnten nicht immer Liebende ihren Bund für Leben schließen, denn es gehörte vormals zum Landgräflichen Leuchtenbergischen Residenzschloss.
Das "document schloss pfreimd" zeigt Mauerreste
Das "document schloss pfreimd" zeigt Mauerreste der alten Schlossanlage.

Das ehemalige Rathaus (1868-1988) sowie Geburtshaus von Arnold Kimmerl im Schloßhof war zu Leuchtenbergischen Zeiten Kanzlei und Ballhaus. Ein Renaissanceportal mit Leuchtenbergischen (links) und Badischen (rechts) Wappen ziert den Haupteingang. Die Wand im Sitzungssaal schmückt ein überdimensional großes Keramik-Relief mit einer historischen Stadtansicht. Woher der Name Pfreimd kommt, wie die Stadtmauer verlief und was von den ursprünglichen Gebäuden noch vorhanden ist, darüber informiert Gästeführer Kimmerl bei seinem Ausflug in die Geschichte, den er anhand dieses Wandbildes unternimmt. Weiter führt die Route zum so genannten "document schloss pfreimd". Ein Gewölbekeller und ein natürlich bewachsener, verglaster Ausstellungsraum zeigen dem Besucher die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen und Funde am einstigen Schloss Pfreimd. Beeindruckend ist die Innenausstattung der barocken Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt mit den unnachahmlichen Stuckarbeiten. Seit der Erbauung durch den Wessobrunner Baumeister Johann Schmuzer im Jahr 1685 hat sich nahezu nichts mehr verändert.
Ein wahres Kleinod: der Innenhof des Klosters mit
Ein wahres Kleinod: der Innenhof des Klosters mit seinen Arkadengängen.

Man bemerkt, dass auch das ehemalige Franziskanerkloster dem Bürgermeister besonders ans Herz gewachsen ist. 1995 wurde es aufgelöst, 2000 bis 2004 generalsaniert und zu einem Pfarrzentrum umgebaut. Der Kreuzgang mit seinen Granitsäulen und dem italienischen Baustil ist im Klosterinnenhof noch in seiner ursprünglichen Form erhalten.

Verbunden mit dem Hauptgebäude ist die Klosterkirche mit dem Antonius-Seitenaltar, in der eine auffällige Madonna, in hellblau gekleidet, auf die Kirchgänger nieder schaut. Die vom Pfreimder Bäckermeister Franz Paulus geschnitzte Marienfigur wurde eigens nach Rom zum Papst transportiert, mit der Bitte dieser Madonna die Fatimakrone aufzusetzen.

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