Von Josef Maier |
21.08.2009
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Auf Umwegen doch noch zur Königin von England
Springreiter Thomas Mühlbauer aus Kötzting startet im deutschen EM-Team - Medaille in Windsor Castle das Ziel - Flugzeuge als Hobby
Kötzting. Es war für ihn der ganz große Sprung. Thomas Mühlbauer aus Liebenstein bei Kötzting wurde für die EM im Springreiten im englischen Windsor nominiert. Neben Marcus Ehning, Carsten-Otto Nagel und Meredith Michaels-Beerbaum ist der 38-jährige Oberpfälzer bei seinen ersten ganz großen Titelkämpfen für Deutschland am Start. Im AZ/SRZ-Interview verrät der Springreiter vor der am Dienstag beginnenden EM, warum er sich auf die Königin freut, er mit Asti so erfolgreich ist und weswegen er bisweilen abhebt.
Herr Mühlbauer, es sind noch einige Tage bis zum absoluten Höhepunkt Ihrer bisherigen Karriere. Nervöser als sonst?
Mühlbauer: Nervös bin ich nicht. Eine gewisse Grundanspannung muss immer da sein, dass man hundertprozentig konzentriert ist. Aber sonst läuft alles normal wie immer.
In Windsor könnte ja auch Queen Elizabeth auftauchen?
Mühlbauer: Ich weiß nicht, ob sie da ist. Aber die EM findet ja auf ihrer Anlage in Windsor Castle statt. Und die ganze königliche Familie ist sehr pferdebegeistert. Deswegen nehme ich schon an, dass sie kommt.
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21.08.2009
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Auf Umwegen doch noch zur Königin von England
Springreiter Thomas Mühlbauer aus Kötzting startet im deutschen EM-Team - Medaille in Windsor Castle das Ziel - Flugzeuge als Hobby
Wenn die Queen dann auftaucht ...
Mühlbauer: Ich weiß, da müsste man einen Knicks machen. Aber ich habe noch nicht geübt.
Haben Sie damit gerechnet, bei der EM zum festen Stamm zu gehören?
Mühlbauer: Ich bin die letzten Jahre schon immer im Kader dabei. Vor ein paar Tagen hat jemand schön geschrieben, ich sei immer da gewesen, aber sehr unauffällig. Aber mein Asti springt das ganze Jahr schon sehr gut, wir haben viele Erfahrungen gesammelt und er ist im richtigen Alter. Es ist schön, dass ich jetzt mit darf.
Im Teamwettbewerb muss auf jeden Fall eine Medaille her, oder?
Mühlbauer: Grundsätzlich ist für die Deutschen eine Medaille immer Pflicht, am besten natürlich die goldene. Ehning ist Nummer eins der Welt, Michaels-Beerbaum Nummer zwei und Nagel war 2009 "Rider of the year". Die drei Teamkollegen allein sind schon Garant für ein gutes Ergebnis. Und ich tue dann mein Bestes dazu.
Somit ist Deutschland Topfavorit?
Von Josef Maier |
21.08.2009
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Springreiter Thomas Mühlbauer aus Kötzting startet im deutschen EM-Team - Medaille in Windsor Castle das Ziel - Flugzeuge als Hobby
Mühlbauer: Die anderen Länder haben mittlerweile ungemein nachgezogen. Die Schweizer sind unwahrscheinlich stark dieses Jahr, haben viele Nationenpreise gewonnen. Frankreich ist sehr stark. Nicht zu vergessen die Holländer, die derzeitigen Europa- und Weltmeister. Das sind schon mal drei klasse Teams. Da ist man schnell Vierter oder Fünfter.
Ihr Pferd Asti Spumante ist ein Glücksfall. Woher kommt eigentlich der Name?
Mühlbauer: Der hat immer schon so geheißen. Ich weiß nicht, wer ihn so getauft hat.
Beschreiben Sie Asti doch mal ...
Mühlbauer: Er hat einen Supercharakter, es ist ein Pferd, das immer arbeiten will. Wir gehen jetzt zusammen bereits ins elfte Jahr. Es ist noch kein anderer oben gesessen als ich. Ich habe ihn Ende dreijährig vom Gestüt Schwaiganger bekommen. Der Besitzer ist immer noch Schwaiganger. Asti ist auf der ganzen Welt gegangen. Wir waren im letzten Jahr in Calgary bei einem der höchstdotierten Turniere der Welt. Er war jetzt schon vier Mal in Aachen vor 60 000 Zuschauern. Ob Rom, Madrid oder Barcelona, der kennt alles.
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Springreiter Thomas Mühlbauer aus Kötzting startet im deutschen EM-Team - Medaille in Windsor Castle das Ziel - Flugzeuge als Hobby
Pferdesport und Doping - das waren zuletzt dicke Schlagzeilen. Ludger Beerbaum hat mit seinem Selbsteingeständnis in einem Interview erneut Staub aufgewirbelt. Wie sehr hat das geschadet?
Mühlbauer: Geschadet hat diese ganze Geschichte dem Pferdesport allgemein auf jeden Fall. Ich will jetzt nicht den einzelnen Fall von Ludger beurteilen, das steht mir auch nicht zu. Wir brauchen einen sauberen Sport und wir wollen einen sauberen Sport. Der Verband hat Weichen gestellt, dass wir dorthin kommen. Wir brauchen einfach klare Linien, dass auch der Tierarzt oder Reiter weiß, was er wann darf oder nicht darf.
Sind die Vorgaben zu schwammig?
Mühlbauer: Grundsätzlich: Doping soll bestraft werden, da brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber wenn ein Pferd gesundheitlich etwas hat, dann müsste man ihm helfen dürfen. Aber da ist die Grenze: Wo hört die Hilfe auf, wo beginnt Doping? Da müssen sie jetzt Regeln finden. Das muss einfach ganz klar definiert sein. Und alles muss auf die Gesundheit des Pferdes abzielen.
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Springreiter Thomas Mühlbauer aus Kötzting startet im deutschen EM-Team - Medaille in Windsor Castle das Ziel - Flugzeuge als Hobby
Bleibt Ihnen wegen der Reiterei und Reiserei noch Zeit für Hobbys?
Mühlbauer: Flughäfen und Flugzeuge, das sind meine Hobbys. Da war ich schon als Kind total begeistert. Freunde haben mir zuletzt einen Flug mit dem neuen Airbus A-380 von London nach Singapur geschenkt. Dort habe ich übernachtet und bin wieder zurückgeflogen. Wenn ich in Frankfurt am Flughafen vorbei fahre, halte ich immer an. Oder in München. Da habe ich schon meine Plätze, wo man an die Startbahn näher ran kann.
Sagt Ihnen der Name Flora noch etwas?
Mühlbauer: Das war mein erstes Pferd, eine braune Stute. Mit ihr bin ich mein erstes Turnier geritten. Ich hätte danach auch in London bei der Queen bei einem Ponyturnier reiten dürfen, doch mein Papa hatte Flora zwei Wochen vorher verkauft. Danach habe ich drei Monate nicht mehr mit ihm geredet. Aber jetzt fahre ich ja doch noch zur Königin.